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5-StandorteProgramm

Das Ende der Steinkohleverstromung bis zum Jahr 2038 steht fest. Schon heute gilt es, den Strukturwandel an den Kraftwerksstandorten in NRW zu gestalten und neue Wertschöpfung aufzubauen. Von der Logistik über den Kraftwerksbau bis hin zur Energieerzeugung und Wärmeauskopplung ist die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zu Forschung und Entwicklung involviert. Einige Tausend Arbeitsplätze sind derzeit noch von der wesentlich auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiewirtschaft abhängig.

Das Aus der Kohleverstromung bis 2038 bedeutet für die betroffenen Kommunen eine besondere Herausforderung. Es bedarf intensiver strukturpolitischer Anstrengungen, um die negativen Effekte zu kompensieren. Gleichzeitig bietet sich die einmalige Gelegenheit, den Rückzug der Kraftwerke für Neuansiedlungen und die Entwicklung des Standorts zu nutzen. Um die Wachstumspotenziale zu heben, braucht es frühzeitig einen breiten Ansatz: eine nachhaltige Regional- und Flächenentwicklung, die technologische Lösungen und gesellschaftliche Herausforderungen mitdenkt.

Dieser Prozess kann nur dauerhafte Erfolge hervorbringen, wenn es gelingt, regionale Lern- und Synergieeffekte zu erzielen. Es gilt, einen Strategieprozess mit kommunalen Handlungsfeldern regional abzustimmen. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie hat die Business Metropole Ruhr GmbH beauftragt, diesen Prozess mit einem Projektbüro zu moderieren.

Um den iterativen Prozess bestmöglich zu unterstützen, hat die Business Metropole Ruhr GmbH zusammen mit den fünf betroffenen Standorten, verschiedenen Stakeholdern und Experten vier Workshops durchgeführt. Inhaltlich beruhte die Workshopreihe auf den Handlungsfeldern "Flächenentwicklung", "Mobilität und Infrastruktur", "Innovation und Bildung" sowie "Energie und Klimaschutz". Der Workshop zum Thema "Energie und Klimaschutz" konzentrierte sich auf das Thema "Wasserstoff". Die Workshops hatten zum Ziel, mögliche Potenzialfelder in den vier Handlungsfeldern zu identifizieren und Impulse für gute erste Projekte zu geben.

Um Einblicke in die Themen zu geben, stellen wir von nun an regelmäßig Experteninterviews zur Verfügung, die Sie hier finden:

Experteninterviews

 

 

Handlungsfelder

Nachhaltige und zielgerichtete Flächenentwicklung

Die Metropole Ruhr leidet als polyzentrischer Ballungsraum unter erheblicher Flächenknappheit. Wirtschaftliches Wachstum benötigt aber Gewerbe- und Industrieflächen. Diese müssen vorrangig auf Brachflächen entwickelt werden, um Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen gerecht zu werden. Gerade Brachflächen sind allerdings häufig kontaminiert oder schlecht erschlossen. Ihre Entwicklungskosten sind dann so hoch, dass sie nicht marktgängig sind. Um das Delta zu einem marktüblichen Preis zu schließen, benötigen die betroffenen Kommunen finanzielle Unterstützung. Beim Screening konkret in Frage kommender Flächen und der Entwicklung von Umnutzungspotenzialen unterstützt das Projektbüro 5-StandorteProgramm.

Intermodale und neue Mobilität

Ohne eine Kraftanstrengung zur Herstellung eines zukunftsfähigen Mobilitätssystems wird die Metropole Ruhr ihr jetziges und künftiges Potenzial für mehr Wachstum nicht ausschöpfen können. Deshalb unterstützt das Projektbüro Kommunen darin, gemeinsam mit Partnern Konzepte zu entwickeln, die Güter- und Personenmobilität so realisieren, dass Wege kürzer und Orte schneller erreichbar werden. Hierbei sollen die Skaleneffekte, die die Digitalisierung bietet, bestmöglich genutzt werden.

Energie und Klimaschutz – integriert in die Wirtschaft

Der wirtschaftliche Erfolg der Metropole Ruhr war 200 Jahre von der Verfügbarkeit von Steinkohle als Energieträger und den sich deshalb ansiedelnden energieintensiven Industrien abhängig. Eine erste Welle des Strukturwandels hat bewirkt, dass durch eine gezielte Gründung einer vitalen Universitäts- und Hochschullandschaft und einer gezielten Diversifizierung der Wirtschaft eine resilientere Wirtschaftsstruktur entstanden ist, die allerdings einen leistungsfähigen industriellen Kern behalten hat. Hierbei hat auch das weltweit führende Know-how des Ruhrgebiets im technischen Umweltschutz beigetragen. Das Projektbüro 5-StandorteProgramm möchte Projekte vorantreiben, die hieran anknüpfen. Die Herausforderung, den Industriellen Kern weltweit führend in Sachen Ressourceneffizienz und Digitalisierung zu machen, ist für die Metropole Ruhr eine Chance. Sie kann sich, wie im technischen Umweltschutz, als Wegbereiter in Forschung und Entwicklung sowie neuen Produktionsverfahren etablieren.

Weiterentwicklung des Innovationssystems

Die bisherigen Erfolge in der Transformation der Metropole Ruhr haben gezeigt, dass nur mit hervorragenden Innovationen in Breite und Spitze der Wirtschaft neue und bestehende Innovationsnetze geschaffen und erhalten werden können. Mit diesem konsequenten Vorgehen kann die Wirtschaft in der Metropole Ruhr durch die Anwendung leistungsfähiger Forschung und Entwicklung gestärkt werden. Das Projektbüro 5-StandorteProgramm hilft, diesen Erfolgspfad durch die Beschreibung eines konsequenten Wachstumskurses zu verstärken. Hierbei gilt es, gerade die Bereiche auszubauen, die für eine klimagerechte, ressourceneffiziente und digitalisierte Wirtschaft maßgeblich sind.

 

Wertschöpfungskette Bildung

Die Herausforderung, das regionale Bildungssystem für eine postfossile und digitale Wirtschaft zu optimieren, muss sich jeder der fünf Standorte stellen. Dabei liegt der Fokus weniger auf den Strukturen des Bildungssystems an sich, sondern auf dessen Fähigkeiten, die Menschen bestmöglich auszubilden und zu qualifizieren. Dabei profitiert die Metropole Ruhr von ihrer hohen Dichte an Ausbildungs- und Forschungsstandorten. Das 5-StandorteProgramm unterstützt Kommunen dabei, Konzepte und Strategien für die Transformation hin zu einer reslienten regionalen Wirtschaft umzusetzen.

Das Projektbüro unterstützt die Kommunen im Prozess zur Erstellung konkreter Projektskizzen. Die jeweiligen Handlungsbedarfe werden gemeinsam analysiert. Projektideen werden priorisiert und schlussendlich qualifiziert. Der regionale Ansatz verstärkt die nachhaltige Wirkung. So hat die Region die Gelegenheit, den Strukturwandel proaktiv zu gestalten und Herausforderungen in Chancen zu verwandeln.

Kontakt

Börje Wichert
HUB-Manager
Prokurist
Tel.: +49 201 632488-14
Fax: +49 201 632488-99
wichert@business.ruhr

Kontakt

Michael Kubica
Projektmanager
5-StandorteProgramm
Tel.: +49 201 632488-16
Fax: +49 201 632488-99
kubica@business.ruhr

Kontakt

Nils Beyer
Projektmanager
5-StandorteProgramm
Tel.: +49 201 632488-20
beyer@business.ruhr