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H2 for you? Wasserstoff für den Mittelstand

Der Wasserstoffmarkthochlauf bietet für die Metropole Ruhr die große Chance, die Energieversorgung der Zukunft nachhaltig mitzugestalten. Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen trafen Unternehmerinnen, Wissenschaftler und Verbände bei der Veranstaltung „H2 for you?“ zusammen, um den Einsatz von Wasserstoff im produzierenden Mittelstand voranzutreiben.
 

Wasserstoff: Energieträger der Zukunft

Die Akteure und Projektleiterinnen von Greentech.Ruhr und der Hydrogen Metropole Ruhr hatten diese Veranstaltung gemeinsam ins Leben gerufen. Ihr Anliegen: Kleine und mittelständische Unternehmen darüber zu informieren, wie sie vom Wasserstoff-Boom profitieren können. Dabei gaben Experten aus der Wissenschaft und Unternehmen, die bereits Wasserstoff als Energieträger nutzen, Einblick in ihre Erkenntnisse und Erfahrungen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Für eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft sind verlässliche politische Rahmenbedingungen notwendig. Zur Umsetzung in Deutschland hat die Bundesregierung dafür die Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) initiiert. Deutschland ist nach den USA, China und Japan insgesamt gut beim Thema Wasserstoff aufgestellt. 

Erfahren Sie mehr über die Nationale Wasserstoffstrategie:

Download

 

„Als Unternehmer sollte ich mich auf das Thema Wasserstoff vorbereiten. Das muss ich nicht alleine tun. Kommunale oder regionale Netzwerke sind hier wichtig. Die HyMR hilft dabei, richtige Ansprechpartner zu finden.“

Dr. Thomas KattensteinLeiter Competence Center Wasserstoff, EE Energy Engineers GmbH

Möglichkeiten für den Wasserstoffeinsatz

„Jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür, Produkte und Dienstleistungen im Bereich Wasserstoff anzugehen“, betonte Dr. Esther Stahl, Manager Strategic Project Development Green Hydrogen, Fraunhofer UMSICHT. In ihrem Impulsvortrag zeigte sie auf, für welche Unternehmen sie Potenziale in der Nutzung von Wasserstoff sieht: unter anderem im Anlagenbau, im IT-Bereich, in Labor- und Technikräumen, bei der Installation von PV-Anlagen, in der Sensorik, im Rohrleitungsbau und beim Bau von Elektrolyseuren.
 

Anschluss an das Kernnetz

Für den Transport von Wasserstoff muss eine umfassende, effiziente und sichere Infrastruktur aufgebaut werden, damit er dorthin gelangen kann, wo er gebraucht wird. Fernleitungsnetze können diese Funktion übernehmen. Das Thyssengas-Netz beispielsweise lässt sich für den H2-Transport umstellen. Mit einer Länge von rund 800 Leitungskilometern stellt Thyssengas die Weichen für den sukzessiven Übergang in den Wasserstoff-Transport: Vorhandene Erdgasleitungen werden umgestellt und nur ein kleiner Teil muss zusätzlich neu gebaut werden. Das Ziel: Bis 2030 sollen die ersten Kunden zuverlässig mit Wasserstoff versorgt werden, bis 2045 das Wasserstoff-Netz sukzessive ausgebaut sein. 

Für eine bedarfsgerechte Planung des H2-Startnetzes benötigt Thyssengas Informationen über die H2-Bedarfe der Unternehmen. Hier können Sie Kontakt aufnehmen.

Bedarf melden

„Wasserstoff ist zweifellos der Energieträger der Zukunft. Er kann wesentlich zur Versorgungssicherheit in Deutschland beitragen und die Dekarbonisierung der Energiewelt beschleunigen.“

Dr. Arne DammerLeiter Strategie und Innovation, Thyssengas GmbH 

Bei der Podiumsdiskussion mit Dr. Birgitt Bendiek, CTO, ZINQ GmbH & Co. KG, Dirk Franke, Director Strategic Projects, Architectural Glass, Pilkington Deutschland AG und Dr. Christian Preetz, Legal Project Manager für die Wilo SE wurde deutlich, dass die Nutzung von Wasserstoff kein fernes Zukunftsthema ist: „Wir befinden uns seit einigen Jahren auf der Reise der CO2-Reduktion. Wir haben bereits Wasserstoff für die Herstellung von Glas eingesetzt. Das Ergebnis: die Qualität des Produktes ist gut. Allerdings mussten wir den Prozess wieder abbrechen, weil kein Wasserstoff mehr zur Verfügung stand - wir hatten ihn importiert. Daher: Die Infrastruktur ist jetzt das, worauf wir warten. Es kann losgehen. Lieber heute als morgen“, so Dirk Franke.

Birgitt Bendiek unterstützt die Forderung: „Wir haben unsere Technologie für die Feuerverzinkung von Stahl bereits umgestellt und warten darauf, dass wir ans Netz angeschlossen werden. Es fehlen uns noch 20 Meter.“ 

Christian Preetz, der vom H2Powerplant auf dem Wilopark in Dortmund berichtete, machte dem Plenum Mut, jetzt als Unternehmen das Thema Wasserstoff anzugehen: „Bisher standen die großen Projekte im Fokus der Politik und Medien. Wir stellen fest, dass nun auch verstärkt dezentrale Projekte in den Blickpunkt kommen. Wenn Anlagen im Betrieb sind und Wasserstoff produzieren, wird das einen Lawinenprozess haben. Die Steigerung wird exponentiell sein.“