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Eine Woche im Zeichen des Wasserstoffs

Vision: Klimaneutrale Zukunft

Klimafreundliche Energie für die Industrie: Die Metropole Ruhr hat das Potenzial, sich als führende "Wasserstoffregion" in Deutschland und Europa zu etablieren. In 120 Stunden – an fünf Tagen – haben sich alle Big Player der Region zusammengeschlossen und den Grundstein für eine immer dichter werdende Wasserstoff-Landkarte gelegt.

Gastgeber war der Digital Campus Zollverein, der mit dem H2 Schulterblick das Thema Wasserstoff zusammen mit zahlreichen Unternehmen in all seinen Fassetten betrachtete. Die Business Metropole Ruhr GmbH gab den Startschuss mit ihrem H2-Panel auf dem Welterbe Zollverein. Von der Produktion, über Infrastruktur, bis zum Einsatz des Wasserstoffs waren alle Bereiche im Diskussionsformat integriert. 

Der Wunsch nach einer klimaneutralen Zukunft verbindet politische Akteure und Vertreter der Industrie mit einer gemeinsamen Vision. Zugleich dient die Metropole Ruhr als Vorbild beim Aufbau einer H2-Infrastruktur. Holger Lösch vom BDI brachte Chancen und Herausforderungen der Metropole Ruhr auf den Punkt: „Der Erhalt bestehender Wertschöpfungsstrukturen und der Aufbau neuer Produktionsstätten und Infrastrukturen können im Ruhrgebiet parallel geschehen und Beispiele für andere Regionen weltweit geben.“

Die zentrale Botschaft der Panel-Diskussion: H2 kann für neue Wertschöpfungspotenziale und Arbeitsplätze sorgen. Jedoch sei eine Zusammenführung der Branchen unerlässlich. „Bislang fehlt es an einer koordinierenden Funktion zur H2-Zukunft in der Metropole Ruhr. Wir müssen die Packenden bei der Umsetzung des Wasserstoffs zusammenführen und dürfen es bei der losen Betrachtung einzelner Wasserstoffprojekte nicht belassen“, so Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH.

Zeichnet man alle Wasserstoff-Projekte auf eine Kompetenzlandkarte, zeigt sich die bereits bestehende Verbundwirtschaft des Ruhrgebiets. Zahlreiche Firmen und Konzerne setzen sich bereits mit konkreten Projektideen auseinander und gehen untereinander strategische Kooperationen ein. Die Mischung aus Großkonzernen, innovativen Start-ups und einer breiten Forschungslandschaft bilden die Grundlage für eine Vorreiterfunktion beim Wasserstoff, so Beck.

Wie wichtig insbesondere der Energiesektor ist, unterstrich der industriepolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Dieter Janecek: „Ohne den ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien und ausreichend Grünen Wasserstoff werden wir den Umbau hin zu einer klimaneutralen Industrieproduktion kaum schaffen. Gerade mit Blick auf die im Ruhrgebiet ansässige Chemie- und Stahlindustrie ist klar: ohne den mutigen Umbau droht nur Carbon Leakage und damit eine massive Schwächung der Region.“

Die Diskussionmachte deutlich: Ohne ausreichende Mengen an sauberen Strom werde es keine Transformation der Wirtschaft geben, dabei werde Deutschland immer auf den Import von Energie angewiesen sein. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, konkretisierte: „Durch die bereits vorhandene energie- und anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsexpertise in der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und das Potenzial zur industriellen Anwendung vor Ort, hat die Metropole Ruhr beste Chancen sich als eine führende "Wasserstoffregion" in Deutschland und Europa zu etablieren und somit die industrielle Zukunft der Region zu sichern“.

Die Notwendigkeit zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft wurde auch von Berlin und Brüssel bereits erkannt. Neun Milliarden Euro von Seiten der Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie und insgesamt 100 Milliarden Euro im Rahmen des European Green Deals sollen langfristig den Aufbau des Rohstoffs unterstützen.

Darüber hinaus leistet das 5-StandorteProgramm, das die Business Metropole Ruhr für die Region moderiert, einen Beitrag für innovative Projekte, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in die Region bringen.