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© BMR/Judith Büthe

ZaKI.D: Wie Duisburg zur KI-Stadt wird

Wo einst Stahl und Kohle das Ruhrgebiet prägten, entstehen heute neue digitale Ideen. In Duisburg arbeitet das Zentrum für angewandte Künstliche Intelligenz Duisburg, kurz ZaKI.D, daran, Unternehmen den Einstieg in die KI zu erleichtern – besonders für kleine und mittlere Betriebe. 

Logo von dem 5-Standorte-Programm in schwarz und verschiedenen blau Tönen.

Schutz sensibler Daten

Die Besonderheit: Die Intelligenz steckt nicht in weit entfernten Rechenzentren, sondern direkt im Gerät, etwa in Sensoren oder Maschinen. Diese sogenannte eingebettete KI macht Prozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger.

„Wir setzen auf KI, die direkt im Gerät sitzt”, erklärt Dr. Dagmar Dirzus, Vice President AI & Platform Business der KROHNE Messtechnik und Mitglied der Projektleitung bei ZaKI.D. Das ermöglicht Echtzeit-Analysen, reduziert Datenverkehr und schützt sensible Informationen, ohne sie in große Cloud-Systeme übertragen zu müssen.

KI zum Anfassen: Anwendungen, die funktionieren

ZaKI.D ist kein Zukunftsversprechen, sondern gelebte Praxis. In der Abfallwirtschaft werden bereits Kameras und Sensoren genutzt, um gefährliche Stoffe im Müll automatisch zu erkennen. In der Metallverarbeitung hilft eine KI dabei, die optimale Temperatur und Beschichtungsdauer für Rohre zu bestimmen. Und bei einem Projekt zur Automatisierung von Schweißprozessen erfassen Kameras die Form der Werkstücke und leiten Roboter bei ihrer Arbeit an, ganz ohne aufwendige Einzelfallprogrammierung. Solche Lösungen entstehen im ZaKI.D. Hier arbeiten Unternehmen direkt mit den Partnern aus Forschung und Industrie zusammen, um KI-Technologien konkret und einsatzbereit zu machen.

„Im Rahmen unserer Umsetzungsprojekte gehen wir in Unternehmen, analysieren Prozesse und unterstützen Firmen dabei, konkrete KI-Lösungen prototypisch umzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Torben Weis, Projektleiter und Professor für Informatik an der Universität Duisburg-Essen. „Das macht ZaKI.D einzigartig: Wir beraten nicht nur, sondern helfen aktiv dabei, Prototypen und erste Anwendungen zu realisieren.“

Drei Säulen für den Wandel

ZaKI.D steht auf drei Säulen: den Umsetzungsprojekten, dem Incubator und der Academy.

Der Incubator richtet sich an Startups, Gründerinnen und Gründer sowie kreative Köpfe mit frischen Ideen. Hier bekommen sie Zugang zu Daten, Fachwissen und starken Netzwerken. Gleichzeitig werden sie mit etablierten Industrieunternehmen verknüpft, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben. Wer eine Idee hat und Lust auf Zusammenarbeit mit echten Anwendungsbezügen, kann sich direkt über die Website melden. „Wir sind offen für alle, die KI-Lösungen in die Praxis bringen wollen”, sagt Dirzus.

Die ZaKI.D Academy wiederum bietet Schulungen für alle Erfahrungsstufen, von Berufseinsteigerinnen und -einsteigern bis hin zu Führungskräften. Die Universität Duisburg-Essen spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie entwickelt Lehrmodule, um Studierende gezielt auf die Arbeit mit KI in der Industrie vorzubereiten. „Das Wissen muss in die Region getragen werden – in die Firmen, in die Ausbildung, in die Köpfe”, so Prof. Dr. Gregor Schiele, ZaKI.D-Projektleiter und Professor für Informatik an der Universität Duisburg-Essen.

KI aus Duisburg – effizient und nachhaltig

ZaKI.D zeigt, dass künstliche Intelligenz nicht abstrakt bleiben muss. Die eingebetteten KI-Lösungen benötigen wenig Energie, verarbeiten Daten direkt vor Ort und verbessern Prozesse dort, wo es zählt. Das ist wirtschaftlich sinnvoll und gleichzeitig ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Eingebettete KI, auch bekannt als TinyML, funktioniert direkt auf Geräten mit begrenzter Rechenleistung. Sensoren, Maschinen oder Steuergeräte werden damit in die Lage versetzt, selbstständig Daten zu interpretieren und darauf zu reagieren. Das spart Energie, macht Systeme schneller und erhöht die Sicherheit. Und genau darauf fokussiert sich ZaKI.D mit konkreten Anwendungen in der Industrie.

Motor für den Strukturwandel

ZaKI.D ist Teil des 5-StandorteProgramms des Landes NRW und wird über die STARK-Richtlinie des Bundes gefördert. Die Partner – KROHNE, das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS, die Universität Duisburg-Essen und die Stadt Duisburg – arbeiten eng zusammen, um der Region eine zukunftsfähige Perspektive zu bieten. Neue Technologien, qualifizierte Arbeitsplätze und Wissenstransfer sollen den Strukturwandel in Duisburg vorantreiben.

„ZaKI.D zeigt, wie man als Stadt aktiv Zukunft gestalten kann”, sagt Katrin Pinkwart vom Projektbüro der Stadt Duisburg. Oder wie Wolfgang Gröting vom Fraunhofer IMS es formuliert: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.”

5‑StandorteProgramm: Strukturwandel im Ruhrgebiet

Mit dem 5‑StandorteProgramm treibt das Land NRW den Strukturwandel im Ruhrgebiet gezielt voran. Bis 2038 werden innovative Projekte mit bis zu 662 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert. Ziel sind zukunftsweisende Investitionen und neue Arbeitsplätze auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt. Das Programm umfasst die Standorte Duisburg, Gelsenkirchen, Herne, Hamm sowie den Kreis Unna.

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Ihr Ansprechpartner zum 5-​StandorteProgramm

Markus QuerfurtProjektleiter
5-StandorteProgramm
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