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Wasserstoff­allianz für die Energie der Zukunft

Wie kann eine Industrieregion den Wandel zu klimafreundlichen Technologien gestalten? Eine mögliche Antwort entsteht derzeit in Hamm. Seit 2022 arbeitet die Wasserstoffallianz Westfalen daran, den Standort zu einem wichtigen Baustein der Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet zu entwickeln. Hinter dem Projekt steht ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Unternehmen, Wissenschaft und öffentlicher Hand – und die Überzeugung, dass Wasserstoff ein zentraler Faktor für die Energiezukunft der Region sein kann.

Logo von dem 5-Standorte-Programm in schwarz und verschiedenen blau Tönen.

Ein Standort im Wandel

Viele Kommunen im Ruhrgebiet stehen vor der Herausforderung, traditionelle Industrien zu ersetzen und gleichzeitig neue wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. Hamm möchte diesen Prozess aktiv gestalten – mit Wasserstoff als technologischer Grundlage.

„Hamm liegt geografisch und infrastrukturell an einem Schlüsselpunkt der Energiewende“, sagt Andreas Möllenhoff, Prokurist und Leiter Innovation bei Impuls Hamm, der städtischen Wirtschaftsförderung. Die Region verfügt über Energiewirtschaft, Logistikstandorte und eine leistungsfähige Infrastruktur – Voraussetzungen, die Wasserstoffprojekte begünstigen.

Projektleiter Justus Beste betont den Anspruch, den Standort langfristig zu stärken: „Wir wollen Hamm zu einer Modellregion für Wasserstoff entwickeln. Unser Ziel ist es zu zeigen, wie grüne Erzeugung und industrielle Anwendung ineinandergreifen können.“

2038Die Allianz ist Teil des 5-StandorteProgramms, das bis 2038 bis zu 662 Millionen Euro für Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet bereitstellt.
 1,69 Mio. €sind für die Arbeit der Wasserstoffallianz Westfalen vorgesehen.

Kooperation als Prinzip

Die Wasserstoffallianz versteht sich als Plattform für Austausch und Vernetzung. Unternehmen, Hochschulen, Energieversorger und Kommunen sollen gemeinsam Lösungen entwickeln, die den Markthochlauf von Wasserstoff in der Region vorantreiben.

Ein zentraler Schritt war eine frühzeitige Bedarfsanalyse. Sie zeigte, wo Unternehmen konkrete Einsatzpotenziale sehen – etwa in der Logistik, bei Prozesswärme oder in der dezentralen Energieversorgung. Dieses Vorgehen schafft eine praxisorientierte Basis, an der auch konkrete Projekte anknüpfen.

Dass diese Arbeit erste Wirkungen zeigt, wird an den laufenden Vorhaben deutlich. Die Planung einer Wasserstofftankstelle für den Busbetrieb der Stadtwerke Hamm ist weit fortgeschritten. Auch in der Logistikbranche wächst das Interesse: Workshops der Allianz stoßen auf breite Resonanz. „Unternehmen erkennen, dass sie gemeinsam schneller Lösungen entwickeln können“, sagt Beste. Konkurrenz tritt dabei zunehmend hinter gemeinsame Innovationsziele zurück.

Neue Qualifikationen, neue Chancen

Wasserstoff bietet nicht nur technische Möglichkeiten, sondern schafft auch neue Arbeitsfelder. Unternehmen im Netzwerk entwickeln bereits Stellenprofile weiter, etwa im Anlagenbetrieb, in der Logistik oder im Bereich technischer Dienstleistungen.

Parallel arbeitet die Hochschule Hamm-Lippstadt an neuen Studien- und Weiterbildungsangeboten. „Gut ausgebildete Fachkräfte sind entscheidend, damit Wasserstoff in der Praxis ankommt“, erklärt Beste. So entsteht Schritt für Schritt ein regionales Kompetenzzentrum, das den Bedarf einer wachsenden Branche bedienen kann.

> 50Mehr als 50 Organisationen haben einen Letter of Intent unterzeichnet – darunter die Stadtwerke Hamm, Trianel, RWE Generation SE, die Hochschule Hamm-Lippstadt, Fraunhofer IML und das Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT).
> 60Mehr als 60 Institutionen sind im erweiterten Netzwerk aktiv. Dazu gehöre auch regionale Initiativen wie die Hydrogen Metropole Ruhr (HyMR) und das H2-Netzwerk Ruhr e.V.

Klimaschutz als Treiber

Der Einsatz von Wasserstoff wird auch durch die Klimaziele vorangetrieben. Besonders in Branchen mit hohen Emissionen – etwa in der Stahl- oder Chemieindustrie – kann grüner Wasserstoff fossile Brennstoffe ersetzen und CO₂-Emissionen deutlich senken.

Auch im Verkehrssektor zeigt sich der Nutzen. Die Stadtwerke Hamm planen den Einsatz von Wasserstoffbussen und investieren parallel in die notwendige Infrastruktur. Solche Projekte machen sichtbar, wie der Energieträger bereits heute eingesetzt werden kann – und wo noch Herausforderungen bestehen.

Ein Netzwerk, das wachsen soll

Die Allianz hält ihre Strukturen bewusst offen. Neue Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder kommunale Partner können sich jederzeit einbringen. „Wir wollen kein geschlossenes System“, sagt Beste. „Es geht darum, Wissen zu teilen und gemeinsam Fortschritte zu erzielen.“

Eine Schlüsselrolle im regionalen Netzwerk spielt die Hydrogen Metropole Ruhr (HyMR) – das Projektbüro der Business Metropole Ruhr GmbH. HyMR bündelt Aktivitäten rund um den Wasserstoffhochlauf im Ruhrgebiet. „Die Region hat das Potenzial, eine Modellregion für den Wasserstoffmarkt in Deutschland zu werden“, betont BMR-Geschäftsführer Jörg Kemna.

Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist ein langfristiger Prozess. Doch die Arbeit der Wasserstoffallianz Westfalen zeigt, dass sich der Strukturwandel aktiv gestalten lässt – und welche Rolle kommunale Initiativen dabei spielen können. Hamm positioniert sich als Standort, an dem Technologiewandel, Energiepolitik und regionale Entwicklung zusammengeführt werden.

Die Allianz leistet damit einen Beitrag dazu, die Metropolregion Ruhr langfristig zu einer Modellregion der Energiewende zu formen – und zeigt gleichzeitig, wie aus regionalen Netzwerken konkrete Zukunftsprojekte entstehen können.

5‑StandorteProgramm: Strukturwandel im Ruhrgebiet

Mit dem 5‑StandorteProgramm treibt das Land NRW den Strukturwandel im Ruhrgebiet gezielt voran. Bis 2038 werden innovative Projekte mit bis zu 662 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert. Ziel sind zukunftsweisende Investitionen und neue Arbeitsplätze auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt. Das Programm umfasst die Standorte Duisburg, Gelsenkirchen, Herne, Hamm sowie den Kreis Unna.

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Ihr Ansprechpartner zum 5-​StandorteProgramm

Markus QuerfurtProjektleiter
5-StandorteProgramm
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