Perfekt ausgestattete Labore, moderne Büros für rund 80 Beschäftigte und jede Menge Platz für innovative Ideen: Rund 40 Millionen Euro investiert der Bund in den Forschungsneubau. Die Mittel kommen aus dem 5-StandorteProgramm. Beteiligt an dem Großprojekt sind neben der Stadt Herne und der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die RAG-Stiftung und die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung, die Trägerin der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum ist und des Deutschen Bergbau Museums. An der THGA ist das Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) bisher untergebracht. Nach Fertigstellung des Neubaus ab 2028 soll es an den neuen Standort in Herne ziehen.
Impulsgeber für Herne und die Region
„Mit dem Transformationszentrum für Georessourcen und Ökologie setzt Herne einen wichtigen Impuls für seine wirtschaftliche, wissenschaftliche und strukturelle Weiterentwicklung. Das Zentrum stärkt die Profilbildung der Stadt in einem Zukunftsfeld mit internationaler Relevanz und schafft neue Verbindungen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen", sagt Dr. Svenja Rebsch.
Das TGÖ ist ein wesentlicher Baustein im FunkenbergQuartier, das gerade auf einem großen ehemaligen Industrieareal im Herzen der Stadt Herne entwickelt wird. Im Zusammenspiel mit weiteren Ansiedlungen, wie der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung entstehe hier ein wachsendes Wissenschafts- und Bildungsumfeld, macht die Projektleiterin des 5-StandorteProgramms deutlich. Diese Entwicklung erhöhe die Attraktivität des Standorts insgesamt und stärke die Sichtbarkeit Hernes über die Region hinaus.
Antworten auf zentrale Zukunftsfragen
Innerhalb des FunkenbergQuartiers übernimmt das TGÖ eine Schlüsselrolle. Als wissenschaftlicher Anker setzt es Impulse für weitere Ansiedlungen aus Forschung und wissensbasierter Wirtschaft. Auch architektonisch ist das Projekt ein Statement: Ein fünfgeschossiger Neubau in ressourcenschonender Holzskelettbauweise bildet künftig den Auftakt des östlichen Quartiers. Moderne Labore, flexible Arbeitsräume und offene Kommunikationsbereiche schaffen ideale Bedingungen für Austausch und Zusammenarbeit.
„Insgesamt kann das TGÖ dazu beitragen, vorhandene Stärken und Erfahrungen der Region wissenschaftlich weiterzuentwickeln und für neue, zukunftsfähige Perspektiven nutzbar zu machen. Genau darin liegt ein wichtiger Impuls für den Strukturwandel im Ruhrgebiet".
Bereichsleitung 5-StandorteProgramm HerneForschung mit internationaler Strahlkraft
Inhaltlich deckt das TGÖ ein breites Themenspektrum ab. Die Arbeit ist in vier Kompetenzfelder gegliedert: Geo & Water Systems, Geospatial Monitoring, Georobotics & Geoanalytics sowie Land Use & Transition.
Ein besonderer Fokus der Hochschule liegt auf den Themen der Energietransformation, Klimaanpassung und dem Umgang mit den Folgen des Bergbaus. Erforscht werden innovative Ansätze wie die Nutzung von Grubenwasser als Energie- oder Wärmespeicher, neue Verfahren zur Gewinnung von Wertstoffen und nachhaltiges Wasser- und Ressourcenmanagement.
„Das TGÖ steht als grüner Leuchtturm für NRW für den ökologisch verantwortlichen und nachhaltigen Umgang mit Georessourcen, national und international".
Vizepräsident für das Forschungszentrum Nachbergbau„Wir bearbeiten zentrale Fragen der Ressourcensouveränität, der Klimaresilienz und der nachhaltigen Nachnutzung von Flächen“, erläutert Prof. Dr. Christian Melchers, wissenschaftlicher Leiter des TGÖ.
Dabei gehe es unter anderem um die sichere Versorgung mit Rohstoffen, die klimafeste Entwicklung von Regionen und innovative Konzepte für ehemalige Bergbauflächen. Die Forschungsansätze seien interdisziplinär angelegt und eng mit der Praxis verzahnt, so Melchers. „Das TGÖ arbeitet an Lösungen, gibt Impulse für das erfolgreiche Gelingen und begleitet die Umsetzung im Sinne von Mensch, Natur und Umwelt in Deutschland, Europa und der Welt."
Dr. Svenja Rebsch
Bereichsleiterin 5-StandorteProgramm
Das Projektbüro 5-StandorteProgramm Herne versteht sich als Gestalter und Möglichmacher von Projektideen. Es qualifiziert diese im engen Austausch mit den Antragstellenden, berät vor dem Hintergrund der Förderkulisse und organisiert den formalen Prozess im 5-StandorteProgramm. Vor allem im Hinblick auf die Vorstellung im regionalen Entscheidungsgremium dem Strukturstärkungsrat. Im weiteren Verlauf fungiert das Projektbüro als Schnittstelle zwischen den Antragstellenden, Fördermittelgebern und Bewilligungsbehörden, koordiniert Abstimmungsprozesse, moderiert unterschiedliche Interessenlagen und begleitet die Projekte bis zur erfolgreichen Umsetzung und Abschluss des Förderverfahrens.
Prof. Dr. Christian Melchers
Forschungszentrum Nachbergbau
Im Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) werden alle Kompetenzen gebündelt, um die Nachbergbauzeit nachhaltig zu gestalten. Deshalb arbeitet ein Team aus Expertinnen und Experten aus Bergbau, Geologie und Geotechnik, Hydrogeologie, Chemie, Elektrotechnik, Materialwissenschaften, Flächenentwicklung, Markscheidewesen und Wirtschaftswissenschaften Hand in Hand zusammen. Um diesen inneren Kern hat sich ein breites, interdisziplinäres Netzwerk gebildet.
Prof. Dr. Melchers ist seit 2022 Vizepräsident für das Forschungszentrum Nachbergbau. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Grubenwasser-Monitoring, Monitoring Alt- und Nachbergbau, Kinematik Dichteschichtung, Grubenwasseranstiegsprozesse, Fluid- und Gas-Migration und hydraulische Barrieren.
5‑StandorteProgramm: Strukturwandel im Ruhrgebiet
Mit dem 5‑StandorteProgramm treibt das Land NRW den Strukturwandel im Ruhrgebiet gezielt voran. Bis 2038 werden innovative Projekte mit bis zu 662 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert. Ziel sind zukunftsweisende Investitionen und neue Arbeitsplätze auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt. Das Programm umfasst die Standorte Duisburg, Gelsenkirchen, Herne, Hamm sowie den Kreis Unna.
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