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©Hamm, Blossey

Das ruhrgebiet Zwischen Stabilität, Transformation und neuer Spezialisierung   

Die aktuelle Beschäftigungsentwicklung im Ruhrgebiet zeigt sich robust bei zugleich differenzierter Unternehmens- und Umsatzentwicklung. Die Gesamtwirtschaft gewann zwischen 2024 und 2025 11.374 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hinzu. Die Leitmärkte insgesamt – wirtschaftliche Schwerpunktfelder, die für die regionale Entwicklung besonders wichtig sind – wuchsen um 8.913 Beschäftigte. 

 

 

 

Die Zahl der Unternehmen in den Leitmärkten stieg 2024 leicht, während die Umsätze gegenüber 2023 insgesamt zurückgingen. Hinter diesem scheinbar widersprüchlichen Befund steht kein einheitlicher Konjunkturverlauf, sondern eine Mischung aus Stabilität, Transformationsdruck, neuer Spezialisierung und zeitlich versetzten Anpassungsprozessen. Gerade das ist für die Metropole Ruhr charakteristisch: Beschäftigung wächst vor allem dort, wo langfristige Nachfrage, institutionelle Verankerung oder Zukunftsinvestitionen tragen, während umsatzseitig einzelne große Märkte stärker auf Energiepreise, Investitionszurückhaltung und Konsolidierung reagieren.
 

 

1.580.849Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte                   im Ruhrgebiet

Leitmärkte im Überblick

Das Ruhrgebiet hat seine wirtschaftliche Basis verbreitert: klassische industrielle und bauaffine Leitmärkte bleiben wichtig, werden aber stärker von wissensintensiven, versorgungsnahen und transformatorischen Feldern ergänzt. Bildung, Gesundheit, Ressourceneffizienz, Mobilität und digitale Querschnittskompetenzen stützen damit nicht nur einzelne Branchen, sondern die Anpassungsfähigkeit der gesamten Region. Gerade diese Mischung aus industrieller Substanz, urbaner Nachfrage, Infrastruktur und Wissenschaft ist eine wichtige Stärke des Standorts.

Anteile der Leitmärkte an der Gesamtbeschäftigung im Ruhrgebiet (in %)

Aktuelle Kennzahlen 2025

Klappen Sie das Akkordeon auf, um mehr über die Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Unternehmensanzahl sowie Umsätze in den einzelnen Leitmärkten zu erfahren:

Bildung und Wissen

Der Leitmarkt Bildung & Wissen bleibt ein tragender Bestandteil der Wissens- und Qualifizierungsbasis der Metropole Ruhr. Im Jahr 2025 arbeiteten hier 103.169 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (+3,9 % gegenüber 2024); die Zahl der Unternehmen stieg 2024 auf 2.897 (+3,8 %) und der Umsatz auf 1,40 Mrd. Euro (+5,0 %). Damit zählt Bildung & Wissen zu den dynamischsten Leitmärkten der Region. Das passt zu einem Umfeld, in dem Fachkräftesicherung, lebenslanges Lernen, berufliche Übergänge und die Nachfrage nach neuen Kompetenzen spürbar an Bedeutung gewinnen.

103.169 SVB- Beschäftigte (+3,9 % gegenüber 2024)

Stabilisierend wirken vor allem die formalen Bildungsbereiche. Vorschulische Erziehung sowie Schulen und Hochschulen legten beschäftigungsseitig zu, während sich die Umsatzentwicklung 2024 dort leicht rückläufig zeigte. Das spricht eher für eine aus Beschäftigung und institutioneller Stabilität getragene Entwicklung als für eine stark marktgetriebene Dynamik.

Differenzierter fällt der Blick auf die übrigen Teilmärkte aus. Die Forschung verzeichnete 2024 Rückgänge bei Unternehmen und Umsatz, beschäftigungsseitig aber ein leichtes Plus. Besonders dynamisch entwickelten sich die benachbarten Dienstleistungen aus Weiterbildung und Bildungsorganisationen mit einem Umsatzplus von 12,0 % und weiter wachsender Beschäftigung.

Digitale Kommunikation

Der Leitmarkt Digitale Kommunikation bleibt ein zentraler Modernisierungs- und Innovationsbereich im Ruhrgebiet, zeigte 2025 beschäftigungsseitig jedoch eine leichte Abschwächung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag bei 67.560 (-0,6 % gegenüber 2024), während die Zahl der Unternehmen 2024 auf 6.852 (+1,2 %) und der Umsatz auf 13,48 Mrd. Euro (+3,9 %) stieg. Das spricht für einen Markt, der wertschöpfungsseitig weiter wächst, dessen Beschäftigungsentwicklung jedoch zwischen dynamischen Kernsegmenten und konsolidierenden Teilbereichen differenziert verläuft.

67.560 SVB-Beschäftigte (-0,6 % gegenüber 2024)

Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Datenverarbeitungsdienstleistungen und Software. Der Umsatz stieg 2024 auf 6,25 Mrd. Euro (+8,2 %), während die Beschäftigung nahezu stabil blieb. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung softwarebasierter, daten-getriebener und KI-bezogener Anwendungen für die regionale Wertschöpfung.

Auch die TK-Dienstleistungen legten umsatzseitig deutlich auf 0,41 Mrd. Euro zu (+15,0 %), während Hardware mit 2,60 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert blieb (-2,7 %). Beschäftigungsseitig gaben beide Kernbereiche nach. Das spricht für Produktivitätsgewinne, Strukturverschiebungen und eine stärkere Trennung zwischen Wertschöpfung und klassischer Beschäftigungsintensität.

Die benachbarten Dienstleistungen entwickelten sich weitgehend stabil. Damit bestätigt sich das Bild eines Leitmarkts, dessen Kern weiter wächst, während einzelne klassische Segmente unter Druck stehen. Gerade Software, Datenverarbeitung, KI-Anwendungen, Cybersicherheit und digitale Infrastrukturen dürften die künftige Entwicklung besonders prägen. Für die Region spricht, dass digitale Wertschöpfung zunehmend in andere Leitmärkte hinein-wirkt – von Industrie und Mobilität bis hin zu Bildung, Gesundheit und Verwaltung.

Freizeit und Events

Der Leitmarkt Freizeit & Events zeigt sich im Ruhrgebiet 2025 insgesamt eher stabil als expansiv. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag bei 87.496 und damit leicht unter dem Vorjahr (-0,2 %). Zugleich stieg die Zahl der Unternehmen 2024 auf 20.167 (+0,2 %) und der Umsatz auf 14,97 Mrd. Euro (+0,9 %). Damit bleibt der Leitmarkt ein wichtiges urbanes Wirtschafts- und Lebensqualitätsfeld, dessen Entwicklung stark von Teilsegmenten, Besucherströmen, Veranstaltungsformaten und Konsumklima abhängt.

87.496SVB-Beschäftigte (-0,2 % gegenüber 2024)

Besonders positiv entwickelte sich der Kulturbereich. Die Zahl der Unternehmen stieg 2024 um 7,1 %, der Umsatz auf 0,32 Mrd. Euro (+10,9 %). Dem stand allerdings ein leichter Beschäftigungsrückgang gegenüber. Die audiovisuellen Medien gewannen zwar Unternehmen hinzu, verzeichneten aber sinkende Umsätze und Beschäftigung.

Der größte Teilmarkt Event, Freizeit, Sport und Tourismus blieb ebenfalls auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg auf 5,52 Mrd. Euro (+2,1 %), die Beschäftigung nahm leicht zu. Das spricht für eine insgesamt stabile Nachfrage nach freizeit- und erlebnisbezogenen Angeboten. Die benachbarten Dienstleistungen stagnierten weitgehend, während die benachbarten Industriezweige beim Umsatz zulegten. Insgesamt zeigt sich damit ein Markt, dessen Teilsegmente sehr unterschiedlich auf Kostenentwicklung, Konsumverhalten und Ausgabebereitschaft reagieren.

Für die Metropole Ruhr bleibt Freizeit & Events nicht nur ein Beitrag zur Lebensqualität, sondern auch ein Wirtschaftsfeld mit urbaner Ausstrahlung. Die Region profitiert von ihrer dichten Kulturlandschaft, großen Veranstaltungsorten, Freizeitangeboten und einer breiten Alltagsnachfrage. Trends wie hybride Veranstaltungsformate, regionale Kurzreisen, erlebnisorientierter Konsum und die stärkere Verknüpfung von Kultur, Gastronomie und Stadtraum können dem Leitmarkt zusätzliche Impulse geben.

Gesundheit

Der Leitmarkt Gesundheit gehört weiterhin zu den zentralen Stabilitätsankern im Ruhrgebiet. Im Jahr 2025 waren hier 387.438 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (+2,5 % gegenüber 2024); die Zahl der Unternehmen stieg 2024 leicht auf 6.149 (+0,7 %). Der Umsatz erreichte 33,85 Mrd. Euro (+34,1 %), wobei dieser starke Zuwachs auf Teil-marktebene nur differenziert zu lesen ist. Insgesamt profitiert der Leitmarkt von langfristigen Trends wie demografischem Wandel, wachsendem Versorgungsbedarf, höherem Pflege- und Betreuungsaufwand sowie der zunehmenden Bedeutung gesundheitsnaher Dienstleistungen und technologischer Lösungen.

387.438SVB-Beschäftigte (+2,5 % gegenüber 2024)

Besonders prägend bleibt die stationäre und ambulante Versorgung. In diesem Teilbereich arbeiteten 2025 rund 196.957 Personen; zugleich stieg der Umsatz 2024 auf 8,85 Mrd. Euro (+3,4 %). Auch benachbarte Dienstleistungen wie Sozialwesen, Pflege, Sport und gesundheitsnahe Dienste entwickelten sich mit 16,24 Mrd. Euro Umsatz (+7,5 %) positiv. Das spricht für eine breite und institutionell abgesicherte Nachfragebasis. Hinzu kommen Trends wie Ambulantisierung, Fachkräftegewinnung, Digitalisierung in Versorgung und Verwaltung sowie der Ausbau präventiver und begleitender Angebote.

Den stärksten Ausschlag zeigen Versicherung / Verwaltung mit 6,52 Mrd. Euro Umsatz sowie die Medizintechnik mit 1,64 Mrd. Euro. Gerade im Versicherungssegment ist diese Dynamik jedoch in wesentlichen Teilen Folge der revidierten Unterverteilung und daher nur eingeschränkt als reales Jahreswachstum zu interpretieren. In der Medizintechnik deuten die Werte eher auf eine stärkere Konzentration auf leistungsfähige Anbieter, auf Modernisierungs- und Ersatzbedarfe sowie auf die wachsende Bedeutung diagnostischer und technischer Lösungen hin.

Gleichzeitig zeigen die Teilmärkte weiterhin unterschiedliche Verläufe: Pharmazie verringerte den Umsatz 2024 um 32,7 %, Labordienstleistungen legten um 5,9 % zu. Der Gesundheitsmarkt wirkt damit stabiler, als es die auffällige Gesamtzunahme zunächst vermuten lässt.
 

Mobilität

Der Leitmarkt Mobilität zeigt sich insgesamt stabil, aber deutlich ausdifferenziert. Im Jahr 2025 zählte er 195.334 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (+0,8 % gegenüber 2024). Der Umsatz stieg 2024 auf 36,28 Mrd. Euro (+3,2 %), während die Zahl der Unternehmen mit 12.707 leicht unter dem Vorjahr lag (-0,2 %). Damit bleibt Mobilität ein großer Leitmarkt, dessen Entwicklung zunehmend von Infrastruktur, Vernetzung, Effizienz und neuen Steuerungsanforderungen geprägt wird.

195.334SVB-Beschäftigte (+0,8 % gegenüber 2024)

Besonders dynamisch entwickelten sich die Verkehrsinfrastrukturen. Hier stieg der Umsatz 2024 auf 2,28 Mrd. Euro (+16,0 %), die Beschäftigung nahm 2025 um 7,9 % zu. Das spricht für eine hohe Relevanz infrastruktureller Erneuerung in der Region. Anders stellt sich die Lage im klassischen Mobilitätsmanagement und in der Logistik dar. Zwar nahm der Umsatz dort auf 13,31 Mrd. Euro zu (+3,3 %), die Beschäftigung blieb mit -0,2 % jedoch nahezu seitwärts. Im Bereich Verkehrsmittel lagen die Umsätze mit 2,75 Mrd. Euro nur leicht über dem Vorjahr (+0,5 %), während die Beschäftigung spürbar zurückging (-5,5 %).

Positive Signale kommen aus benachbarten Dienstleistungen sowie aus den Labor-, Ingenieur- und Messdienstleistungen. Beide Teilmärkte verzeichneten Umsatz- und Beschäftigungszuwächse; dies spricht für die wachsende Bedeutung von Werkstatt- und Serviceleistungen, technischen Prüf- und Steuerungskompetenzen sowie projektbezogenem Know-how. Im Zusammenspiel mit Digitalisierung, automatisierter Verkehrssteuerung, emissions-ärmeren Fuhrparks und multimodalen Lösungen entstehen hier Felder, in denen die Region ihre Lage- und Infrastrukturvorteile produktiv nutzen kann.

Für die Region spricht, dass die Mobilitätswirtschaft nicht nur aus Verkehr und Logistik, sondern ebenso aus Infrastruktur, Werkstatt- und Agenturleistungen sowie wissensintensiven Diensten besteht. Gerade Duisburg, Hamm und der Kreis Unna profitieren von ihrer Knotenfunktion. Wenn Investitionen in Schiene, Netze, urbane Logistik, Flottenmodernisierung und verkehrsnahe Dienstleistungen fortgesetzt werden, kann der Leitmarkt seine Stabilität in neue Wachstumsqualität übersetzen.

Nachhaltiger Konsum

Der Leitmarkt Nachhaltiger Konsum entwickelte sich 2025 in der Metropole Ruhr insgesamt stabil bis leicht expansiv. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg auf 127.267 (+2,0 % gegenüber 2024), die Zahl der Unternehmen erhöhte sich 2024 auf 9.771 (+1,2 %) und der Umsatz auf 79,74 Mrd. Euro (+2,0 %). Damit bestätigt sich die Rolle des Leitmarkts als verbrauchernaher Stabilisator mit breiter regionaler Basis. Getragen wird die Entwicklung nicht nur von Kaufkraft und Alltagsnachfrage, sondern zunehmend auch von Service, Bequemlichkeit, lokalen Angeboten und neuen Formen nachhaltiger Konsummuster.

127.267 SVB-Beschäftigte (+2,0 % gegenüber 2024)

Tragend bleibt der Einzelhandel mit kurzlebigen Konsumgütern. Dort stiegen die Umsätze 2024 auf 47,32 Mrd. Euro (+1,8 %); die Beschäftigung blieb 2025 nahezu stabil. Damit bleibt der Handel der wichtigste Anker dieses Leitmarkts. Die Produktion kurzlebiger Konsumgüter entwickelte sich nahezu seitwärts. Die Umsätze lagen mit 7,37 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahr (-0,2 %), während die Beschäftigung mo-derat zunahm. Dynamischer entwickelten sich die benachbarten Dienstleistungen mit 23,33 Mrd. Euro Umsatz (+4,1 %) und einem kräftigen Beschäftigungsplus.

Rückläufig war hingegen der Teilbereich Prozesse, Werkstoffe und Materialien. Hier sank der Umsatz auf 1,72 Mrd. Euro (-7,9 %), die Beschäftigung gab um 1,5 % nach. Das deutet eher auf Anpassung und Konsolidierung als auf eine breite Expansion in allen Segmenten hin.

Für die weitere Entwicklung spricht, dass nachhaltiger Konsum längst nicht nur im klassischen Handel stattfindet. Reparatur, Service, digitale Vertriebswege, regionale Versorgungsketten und lokal verankerte Angebotsformen gewinnen an Gewicht. In einer dicht besiedelten Metropole mit kurzen Wegen und großer Nachfragebasis kann sich daraus ein tragfähiger Mix aus stationärem Handel, Plattformökonomie, Nahversorgung und kreislauf-orientierten Dienstleistungen entwickeln.

Ressourceneffizienz

Der Leitmarkt Ressourceneffizienz bleibt für die Metropole Ruhr von strategischer Bedeutung, zeigt aktuell aber ein zweigeteiltes Bild. Im Jahr 2025 waren hier 84.018 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (+2,2 % gegenüber 2024), während die Zahl der Unter-nehmen 2024 auf 6.731 zurückging (-2,2 %). Der Umsatz sank auf 117,91 Mrd. Euro (-11,4 %). Gerade in diesem Leitmarkt hängen Umsatzbewegungen jedoch stark von Energieprei-sen, Preisniveaus und der Zusammensetzung einzelner großer Teilmärkte ab. Beschäftigungsseitig bleibt die Entwicklung dagegen klar positiv – ein Hinweis darauf, dass der Transformationspfad in der Region weiterläuft.

84.018 SVB-Beschäftigte (+2,2 % gegenüber 2024)

Besonders prägend ist die Energieerzeugung und -verteilung. Hier sank der Umsatz 2024 auf 96,00 Mrd. Euro (-14,2 %), während die Beschäftigung 2025 auf 24.689 zunahm (+4,2 %). Das deutet eher auf eine Normalisierung von Preis- und Sondereffekten bei gleichzeitig stabiler bzw. ausgebauter Personalbasis hin.

Zugleich zeigen Wasserwirtschaft und Umwelt- bzw. Recyclingwirtschaft eine robuste Entwicklung. In der Wasserwirtschaft stieg der Umsatz auf 1,16 Mrd. Euro (+16,4 %), in Umwelt- und Recyclingwirtschaft auf 10,03 Mrd. Euro (+9,0 %). Auch beschäftigungsseitig legten beide Teilbereiche zu.

Schwächer entwickelten sich die benachbarten Dienstleistungen aus Handel und Wartung. Hier gingen Umsatz und Beschäftigung zurück. Dagegen wuchsen die Labor-, Ingenieur- und Messdienstleistungen sowie der Teilbereich Maschinen und Materialien beschäftigungsseitig weiter.

 

Urbanes Bauen & Wohnen

Der Leitmarkt Urbanes Bauen & Wohnen bleibt eine zentrale Säule der regionalen Wirtschaftsstruktur, steht aber weiterhin unter erheblichem Anpassungsdruck. Im Jahr 2025 waren hier 206.729 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (-0,8 % gegenüber 2024). Zugleich stieg die Zahl der Unternehmen 2024 auf 40.013 (+0,8 %), während der Umsatz mit 49,11 Mrd. Euro leicht unter Vorjahr lag (-0,5 %). Damit zeigt sich ein Markt, der seine hohe regionale Bedeutung behält, dessen Entwicklung aber noch immer von Investitionszurückhaltung, Preisniveaus, Zinsumfeld und einer Verschiebung hin zu Sanierung, Bestandserneuerung und planerischen Dienstleistungen geprägt ist.

206.729SVB-Beschäftigte (-0,8 % gegenüber 2024)

Vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe blieb die Lage verhalten. Das Baugewerbe verzeichnete 2024 einen Umsatzrückgang auf 5,04 Mrd. Euro (-6,2 %), das Ausbaugewerbe kam auf 10,63 Mrd. Euro (-2,0 %). Beschäftigungsseitig gaben beide Teilbereiche ebenfalls nach.

Stabilisierend wirkten dagegen die dienstleistungsnahen Bereiche rund um Handel, Vermietung und Verwaltung. Dort stieg der Umsatz auf 27,57 Mrd. Euro (+2,5 %). Auch Architektur- und Ingenieurleistungen blieben mit 1,06 Mrd. Euro Umsatz leicht im Plus (+1,8 %). Darin spiegelt sich, dass der Leitmarkt sich zunehmend in Richtung Bestandsentwicklung, energetische Modernisierung, technische Gebäudeausstattung und planungsintensive Projekte verschiebt. Gerade dort, wo Sanierung, Effizienz, kommunale Infrastruktur und digitale Planung zusammenkommen, entstehen neue Chancen für die Region.

Für die kommenden Jahre dürfte entscheidend sein, in welchem Maß energetische Sanierung, öffentliche Infrastrukturvorhaben, serielle Bauweisen und digitale Planungsprozesse zusätzliche Nachfrage erzeugen. Die jüngste Entwicklung zeigt bereits, dass nicht alle Teilsegmente gleichermaßen unter Druck stehen: Während klassische Bau- und materialnahe Bereiche schwächer verlaufen, bleiben verwaltungsnahe, planerische und modernisierungsorientierte Leistungen vergleichsweise stabil. Das eröffnet die Chance, den Leitmarkt stärker über Qualität, Bestand und Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

Industrieller Kern & Unternehmerische Dienste

Der Leitmarkt Industrieller Kern & Unternehmerische Dienste bleibt ein zentrales Rückgrat der regionalen Wirtschaft, steht aber weiter unter hohem Anpassungsdruck. Im Jahr 2025 waren hier in der Metropole Ruhr 321.838 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (-2,3 % gegenüber 2024). Zugleich stieg die Zahl der Unternehmen 2024 leicht auf 19.304 (+0,3 %), während der Umsatz auf 74,24 Mrd. Euro zurückging (-4,9 %). Damit zeigt sich ein Markt, der wirtschaftlich weiterhin sehr groß ist, sich aber inmitten einer Neuaufstellung zwischen Dekarbonisierung, Digitalisierung, geopolitischen Unsicherheiten und wachsen-dem Innovationsdruck befindet.

321.838SVB-Beschäftigte (-2,3 % gegenüber 2024)

Umsatzseitig zeigt sich ein differenziertes Bild. Die unternehmensnahen Dienstleistungen legten auf 14,43 Mrd. Euro zu (+3,1 %), während Werkstoffe und Materialien auf 51,05 Mrd. Euro (-7,0 %) sowie Maschinen und Prozesse auf 8,76 Mrd. Euro (-5,0 %) zurückfielen.

Beschäftigungsseitig war der Rückgang breit verteilt: Unternehmensnahe Dienstleistungen verloren 1,8 %, Werkstoffe und Materialien 3,3 % und Maschinen und Prozesse 2,2 %. Damit bleibt der industrielle Kern arbeitsmarktseitig belastet, ohne dass sich die Region vollkommen vom überregionalen Trend abkoppelt.

Gerade darin liegt zugleich eine Chance. Die Metropole Ruhr verfügt über dichte industriel-le Wertschöpfungsketten, spezialisierte Zulieferer, große Infrastrukturen und eine enge Verzahnung von Industrie, Logistik, Ingenieurwesen und Wissenschaft. Themen wie KI-gestützte Produktionssteuerung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Werkstoffinnovation und resilientere Lieferketten eröffnen neue Modernisierungspfade. Dort, wo industrielle Basis und wissensintensive Dienste zusammenspielen, kann die Region ihre traditionellen Stärken in neue Wettbewerbsfähigkeit übersetzen.

Best Practice im Ruhrgebiet

Die Wirtschaft in der Metropole Ruhr ist diversifiziert aufgestellt. Die Leitmärkte untereinander eng verzahnt. Durch die fortschreitende Digitalisierung können Prozesse optimiert und Ressourcen langfristig geschont werden. Im Ruhrgebiet gibt es viele Best-Practice-Beispiele, die zeigen, wie dynamisch sich Start-ups und Unternehmen in der Region entwickeln.

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Über den Wirtschaftsbericht Ruhr

Der Wirtschaftsbericht Ruhr wird seit dem Jahr 2011 von der BMR herausgegeben. Er weist die aktuellen regionalökonomischen Kennzahlen in den acht Leitmärkten und im Industriellen Kern aus. Die Leitmärkte sind nach Zukunftsperspektiven und Wachstumsgesichtspunkten zusammengesetzt.

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Ihr Ansprechpartner zum Wirtschaftsbericht Ruhr

Benjamin LegrandLeiter
Unternehmenskommunikation, Pressesprecher