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Good Practice Beispiele


Die Innenstadtkonferenz Ruhr 2021 präsentiert Projektbeispiele aus Bochum, Duisburg, Hagen, Moers und Schwelm. Sie zeigen exemplarisch für die Metropole Ruhr, dass der Umbau der Innenstädte bereits begonnen hat. Wohnen, Arbeiten, Aufenthalts- und Erlebnisqualität sowie Klimagerechtigkeit treten an die Seite der reinen Handelsfokussierung und lassen ein vielfältigeres Zukunftsbild der Innenstädte erkennen.

"Haus des Wissens"

Mitten in der Innenstadt Bochums, am Rande der Fußgängerzone, entsteht das "Haus des Wissens", das die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, Angebote des Zusammenschlusses der Bochumer Hochschulen (UniverCity) sowie eine Markthalle in sich vereinen soll. Dieser vielseitige Ort entsteht auf einer Gesamtfläche von etwa 11.000 Quadratmetern. Dieser Zusammenschluss bietet sehr hohe Chancen für die Herstellung von Synergien und ist in dieser Form sowohl national als auch international einzigartig. Die Kosten hierfür liegen bei voraussichtlich 90 Millionen Euro. Die Eröffnung ist für 2026 geplant.



Foto: Stadt Bochum

City Tower/ P7

In unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof beginnt in Kürze die Realisierung des City Towers mit dem Bau des dazu gehörigen Parkhauses. Das markante Hochhaus soll als architektonische Landmarke die Attraktivität des Standorts Bochum weiter erhöhen.

Merkmale des neuen City Towers

  • Lage: Südring - Ecke Universitätsstraße
  • Nutzungen: Hotel, Büro, Gastronomie
  • Höhe: 69m, 21 Etagen
  • Nutzfläche: 20.000 qm
  • Fertigstellung: 2024

Wohnen am Appolonia-Pfauss-Park

Durch den Abriss des BVZ entsteht eine erstklassige Potenzialfläche mitten in der Innenstadt. Auf dem Gelände der derzeitigen Volkshochschule und der Stadtbibliothek soll zukünftig mit dem Projekt „Wohnen am Appolonia-Pfauss-Park“ die Funktion Wohnen stärker in den innerstädtischen Fokus rücken. Die städtische Verwaltung zieht von dem Standort in das Viktoria Karree um, die Volkshochschule und die Stadtbibliothek werden in das Haus des Wissens einziehen.

Viktoria Karree

Das Viktoria Karree nimmt Gestalt an Die Bauarbeiten für das neue Geschäftsquartier am Husemannplatz sind zurzeit im vollen Gange. Das Viktoria Karree soll in Zukunft eine prägende Rolle bei der Neugestaltung und Aufwertung der Innenstadt einnehmen.

Merkmale des neuen Viktoria Karrees

  • Lage: Viktoriastraße - Husemannplatz
  • Nutzungen: Handel, Büro, Hotel, Dienstleistung, Gastronomie Parkhaus mit Anbindung an den Tiefgaragenverbund
  • Mietfläche: 38.000 qm
  • Eröffnung: 2022
  • Investitionsvolumen: 150 Mio. €

City Tor Süd

Direkt angrenzend an die City und das Ausgehviertel Bermuda3Eck befindet sich die 45.000 qm große Potenzialfläche City-Tor-Süd. Dort entstehen in der ersten Phase ein neues Hotel mit 170 Zimmern auf zehn Etagen sowie Bürogebäude mit einer Grundfläche von etwa 14.700 qm. Zudem wird ein Parkhaus mit 470 Stellplätzen errichtet.

Husemannplatz

Der größte innerstädtische Platz oberhalb des Parkhauses P1 wird komplett neugestaltet. Der Platz liegt zentral zwischen der 1-A-Haupteinkaufstraße Kortumstraße und dem im Bau befindlichen Viktoria Karree und wird zukünftig für eine sehr hohe Aufenthaltsqualität sorgen.

KoFabrik

Die ehemalige „Eisenhütte“ an der Stühmeyerstrasse wandelt sich zur KoFabrik! Die „KoFabrik“ ist ein besonderer Ort für die Entwicklung des Viertels rund um den Imbuschplatz – wo sich Nachbarn, „Projektmacher*innen“ und Unternehmen begegnen, sich über das Viertel austauschen und gemeinsame Pläne schmieden, wie man den eigenen Lebensraum und das gute Miteinander gestalten kann. Um unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht zu werden, wird es in der KoFabrik hochwertige Büros für einzelne engagierte Unternehmen, genauso wie auch kostengünstige Flächen zum Selbstausbau für Kreative, Freiberufler*innen, Start-ups oder junge Unternehmungen geben, die bewusst zusammenarbeiten und in Projekten kooperieren wollen.

Alternativen zum Einzelhandel - Zukunftsbilder für die Duisburger Altstadt

Ausgangssituation:

Die Duisburger Altstadt war über Jahrzehnte durch die Ansiedlung der großen Kauf- und Warenhäuser mit ca. 45.000m² Verkaufsfläche einer der größten Textilhandelsschwerpunkte im westlichen Ruhrgebiet. Auf Grund von Konzentrationsprozessen und eines veränderten Konsumverhaltens kam es in den Folgejahren zu weitgreifenden Umstrukturierungen im Einzelhandel. Infolgedessen ist die Altstadt in ihrer ursprünglichen Funktion wesentlich beeinträchtigt. Gleichzeitig steht die Stadt Duisburg in einem starken und regionalen Wettbewerbsgefüge. Trotz intensiver städtischer Bemühungen konnten keine Ansiedlungen von qualitativ hochwertigen großflächigen Einzelhandelsangeboten in der Altstadt erreicht werden. Durch das 2019 beschlossene Einzelhandels- und Zentrenkonzept ist inzwischen klar, dass die großflächige Einzelhandelsentwicklung weiter zu konzentrieren ist.

Dementsprechend sind für die zukünftige Entwicklung der Altstadt spürbare Veränderungen bzw. Anpassungen vorzunehmen, um den Negativtrend zu stoppen. Daher wird für die Altstadt zur Bewältigung des Funktionswandels zwingend ein planerisches Konzept benötigt, das die planungsrechtliche und städtebauliche Ebene zusammenführt. Zur Sicherung einer positiven Weiterentwicklung der Altstadt und der Einzelhandels-Innenstadt wurde das Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH in Kooperation mit dem Büro Junker + Kruse Stadtforschung Planung zur Erstellung eines Rahmenplans für die Altstadt beauftragt. Dabei soll der Rahmenplan als Richtschnur des zukünftigen Handelns fungieren und geeignete Maßnahmenvorschläge zur Umstrukturierung, im Kontext der Gesamtinnenstadt, entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Leitfragen zum zukünftigen Profil der Altstadt und zu einer besseren Verknüpfung mit dem Umfeld. Zudem sollen im Rahmenplan Maßnahmen zur Umstrukturierung im privaten und öffentlichen Raum vorgeschlagen werden.

In einem ersten Schritt wurden drei Szenarien entwickelt und der Öffentlichkeit vorgestellt:

 

„Auf den Spuren alter Zeiten“ – die historisch geprägte Altstadt

Das historische Herz Duisburgs wird wiederbelebt und in Anlehnung an die ursprüngliche alt-städtische Bebauung umstrukturiert. In kleinteilig geprägten Gebäuden, Gassen, auf Plätzen, am Hafen und entlang der historischen Stadtmauer soll ein Viertel für Einheimische und Auswärtige entstehen, das zum Bummeln, Entspannen und Klönen einlädt. Neue Gastronomieangebote, vereinzelte hochwertige Einzelhändler sowie Kulturangebote locken neue Besucher an. Das Angebot wird durch kleine Handwerksbetriebe mit angeschlossenen Ladenlokalen ergänzt.

„Ein Ort zum Durchatmen“ – Grünes Wohnen am Innenhafen

Die Altstadt wird zum grünen Wohnzimmer am Hafen. Eine grüne Uferkante am Wasser, ein zentraler Park zwischen Grundschule und Münzplatz sowie naturnahe Spielhöfe in den Wohnblocks schaffen ein frisches Stadtklima sowie ein neues Wohngefühl in der Duisburger Innenstadt. Die Münzstraße dient als Quartierszentrum mit Handels- und Dienstleistungsangeboten für die lokale Nachbarschaft.

„Neues Leben hinter alten Fassaden“ – Die Altstadt als experimentelles Zukunftslabor

Die Altstadt wird zum Experimentierfeld für zukunftsweisende Nutzungen und für urbanes Zusammenleben. Innovative Bildungsangebote, Gründerzentren, neues Wohnen für Jung und Alt, eingebettet in eine nachhaltige, klimaneutrale Infrastruktur bilden den Rahmen für neugierige Menschen, für mutige Experimente sowie innovative Gründer mit Ideen.

M12

Der HAGEN.AGENTUR hat die ehemalige WMF-Filiale in der Mittelstraße zum 01.05.2021 angemietet. Dort soll einerseits, neben der #hagenentdecken Entdeckerlounge (Touristinformation 2.0) im Erdgeschoss, vor allem ein moderner, urbaner Treffpunkt für Kommunikation über stadtrelevante Themen unter dem Namen “M12” entstehen. Darüber hinaus wird die gesamte erste Etage aktuell zu einer sog. „Co-Creation“-Lounge/Maker Space umgebaut. Dort werden sich zukünftig temporär Gründungsinteressierte, Jungunternehmer, Kreative, Berater aber auch etablierte Unternehmen einmieten können, um in einer kreativen und unkonventionellen Atmosphäre gemeinsam mit anderen neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln.

In dieser Atmosphäre können neue Geschäftsideen, neue Vertriebswege auch „live“ erarbeitet und getestet werden. Unternehmen/Gründer etc. können diese Räumlichkeiten für einen gewissen Zeitraum als Arbeitsraum, Ausstellungsfläche, Veranstaltungsraum für Präsentationen etc. nutzen.

„Grün Inne Stadt“

Die Stadt Moers hat in diesem Jahr eine Machbarkeitsstudie mit dem Titel „Grün Inne Stadt“ veröffentlicht. Mehrere Planungsbüros haben darin im Auftrag der Stadt Moers neue Ideen für eine Nord-Süd-Grünachse durch die Innenstadt entwickelt.

Das betrachte Gebiet umfasste hierbei 10 Maßnahmenräume entlang einer Achse vom Moersbach an der Mühlenstraße, über den Neumarkt und die Meerstraße bis hin zum Schlosspark.
 

Die Ziele:

  • Mehr Grün in den klimatisch stark belasteten Innenstadtbereich holen.
  • Durch eine klimaangepasste Umgestaltung die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigern.
  • Den Stadtraum attraktiver und erlebbarer machen.
  • Die Innenstadt vom Verkehr entlasten und den Menschen wieder mehr Raum für Aufenthalt und Begegnungen zurückgeben.
  • Die Innenstadt auf einen zukunftsfähigen Weg bringen und ihren Status als attraktiven Wohn-, Geschäfts-, Veranstaltungs- und Lebensraum langfristig sichern.

Die Machbarkeitsstudie bietet eine fachlich ausgearbeitete erste Diskussionsgrundlage für die Politik und Bürgerschaft. Im weiteren Prozess sollen die vorgestellten Ideen gemeinsam mit weiteren wichtigen Akteuren, u. a. den Anwohnern, Geschäftstreibenden und Eigentümern, beleuchtet und präzisiert werden. Sie wurde im Februar 2021 nach sechs Monaten Bearbeitungszeit fertiggestellt und im Rahmen des Aktionsprogramms „Grüne Lückenschlüsse“ des Regionalverbandes Ruhr zu 100 % von der Bezirksregierung Münster gefördert.

Quelle: Die Urheberrechte der Pläne und Grafiken liegen bei der Stadt Moers sowie bei scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh, wbp Landschaftsarchitekten GmbH und Runge IVP Ingenieure für Integrierte Verkehrsplanung.

neue.mitte Schwelm – Aufbruch für die historische Innenstadt rund um die Christuskirche

Zur Aufwertung der Schwelmer Innenstadt  wurde im Herbst 2019 das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept "ISEK - Neue Mitte Schwelm" beschlossen. Mithilfe von Fördermitteln der Städtebauförderung sind in den kommenden 7 Jahren insgesamt 40 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 20 Mio. EURO geplant, um die Schwelmer Innenstadt zu modernisieren und städtebaulich aufzuwerten.

Zugleich baut die Stadt bis Anfang 2023 in zentraler Lage auf der innerstädschen Brache der ehemaligen Schwelmer Brauerei ein neues Rathaus mit Ladenzeile, in welchem die bisher in der Stadt verteilten drei Verwaltungsstandorte zentralisiert werden (Baukosten 25 Mio. €). Ebenfalls entsteht gleich nebenan ein neues Kulturzentrum, das die Stadtbücherei, die VHS und die Musikschule in einem Gebäude zentral in der Innenstadt bündelt.

Darüber hinaus hat sich die Stadt Schwelm erfolgreich um Mittel aus dem „Sofortprogramm Innenstädte“ der NRW Landesregierung beworben, mit denen unter anderem ein Digitales Citymanagement sowie ein aktives Leerstandsmanagement umgesetzt werden sollen.

Foto: Rendering der Ansicht des Neumarkts
Quelle: Stadt Schwelm

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