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ETS – der Marktplatz für Treibhausgasemissionen
Das „Emissions Trading System“, auf Deutsch „Emissionshandel“ (ETS) ist im Grunde ein großer Marktplatz für CO2. Es wurde 2005 als Maßnahme zur Reduktion der Treibhausgasemissionen innerhalb der Europäischen Union beschlossen und soll helfen, diese bis 2030 um 55% im Vergleich zu 1990 zur reduzieren. Die EU legt eine Obergrenze (Cap) für den Ausstoß der Gesamtemissionen an Treibhausgasen fest, die Jahr für Jahr gesenkt werden. Die festgelegte Gesamtmenge wiederum wird in Emissionsrechte aufgeteilt, die an Unternehmen vergeben werden und diese berechtigen, eine bestimmte Menge an CO2 auszustoßen.
Unternehmen, die viel CO2 verursachen, müssen dafür zusätzliche Zertifikate kaufen. Wer weniger ausstößt, spart Geld oder kann überschüssige Zertifikate verkaufen und damit weitere Erlöse erzielen. So entsteht ein klarer Anreiz: Klimafreundliches Handeln wird günstiger, Verschmutzen teurer. Unternehmen werden damit durch den Handel bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gefördert.
Auch für kleinere Unternehmen spielt das eine Rolle – selbst wenn sie keine Zertifikate direkt kaufen. Denn die steigenden CO2-Kosten spiegeln sich in Energiepreisen oder Lieferketten wider. Wer sich also hier unabhängig von fossilen Energieträgern macht, den trifft die CO2-Bepreisung deutlich weniger.
CBAM – Schutzschirm und Anreiz zugleich
Der „Carbon Border Adjustment Mechanism“ (CBAM) sorgt dafür, dass importierte Produkte aus Ländern mit weniger strengen Klimavorgaben nicht billiger sind, als in der EU produzierte Waren. Seit Oktober 2023 müssen Unternehmen die Emissionen ihrer Importe für energieintensive Güter wie Stahl, Aluminium oder Zement melden, zahlen aber noch nichts dafür. Ab 2026 müssen diese Importeure dann für die Emissionen CO2-Zertifikate kaufen, genau wie die europäischen Produzenten.
Das Ziel ist, dass durch diesen “Ausgleichsmechanismus” die Wettbewerbsfairness erhalten bleibt und „Carbon Leakage“, also der Verlagerung von Emissionen ins Ausland, vermieden werden. CBAM ergänzt somit das Emissionshandelssystem und verhindert, dass dies außerhalb der Europäischen Union umgangen werden kann. Außerdem entsteht ein weltweiter Anreiz für Produzenten außerhalb der EU ihre Emissionen zu senken, um auf dem europäischen Markt mithalten zu können.
Warum das für den Mittelstand wichtig ist
Vielleicht importieren Sie selbst gar nichts. Aber Ihre Zulieferer tun es – und geben die Kosten weiter. Das kann Preise in Ihrer Lieferkette verändern. Gleichzeitig entstehen Wettbewerbsvorteile für Unternehmen, die ihre Emissionen früh im Griff haben.
Kurz gesagt: CBAM und ETS sind keine Randthemen für Großkonzerne. Auch der Mittelstand ist betroffen – direkt oder indirekt.
Was können KMU tun?
- Lieferanten ansprechen: Fragen Sie nach, wie gut Ihre Partner auf CBAM vorbereitet sind
- Kosten einplanen: Ab 2026 wird es teurer – besser jetzt berücksichtigen
- Emissionen senken: Jede eingesparte Tonne CO₂ in der Lieferkette spart langfristig Geld und Risiken
Fazit: Klimafreundlich wird belohnt
ETS und CBAM sind kein Bürokratiemonster, sondern einfache Anreizsysteme: Wer klimafreundlich wirtschaftet, spart Kosten und gewinnt Wettbewerbsvorteile. Wer weitermacht wie bisher gerät unter Kostendruck. Gerade kleine Unternehmen haben jetzt die Chance, rechtzeitig die Weichen zu stellen und sich frühzeitig Vorteile am Markt zu sichern.
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