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Warum ESG-Software unverzichtbar ist
Digitale Lösungen bieten die Chance, die Anforderungen an Datenerfassung und Dokumentation effizient und mit vertretbarem Ressourceneinsatz zu meistern. Eine gute ESG-Software wächst dabei mit den regulatorischen Vorgaben und dem eigenen Nachhaltigkeitsniveau: Während Einsteiger von vorkonfigurierten Checklisten und geführten Workflows profitieren, können fortgeschrittene Unternehmen ihre ESG-Daten tiefgehend analysieren und strategisch nutzen. Aber welche Software passt zu welchem Unternehmen?
Checkliste für die Auswahl
Bevor Sie sich für eine ESG-Software entscheiden, gilt es einige Fragen zu beantworten:
- Welche regulatorischen und branchenspezifischen Anforderungen sind für das Unternehmen relevant?
- Wurden schon alle internen und externen Daten definiert, die benötigt werden?
- Sind Verantwortlichkeiten klar geregelt und Prozesse dokumentiert?
- Welche Schnittstellen müssen vorhanden sein (ERP, Lieferanten, SAP)?
- Wie soll das finale Reporting aussehen und wofür wird es genutzt?
- Ist der Einstieg modular geplant, oder soll es direkt eine Komplettlösung sein?
- Welche finanziellen und personellen Ressourcen stehen für das Projekt zur Verfügung?
Erst dann ergibt es Sinn, sich auf dem Software-Markt umzusehen und die eigenen Anforderungen mit dem Angebot abzugleichen. Denn die richtige Software sollte mit Ihrem Unternehmen wachsen und sich an zukünftige ESG-Bedürfnisse anpassen. Hier sind sechs Software-Lösungen, die man dabei im Blick haben sollte.
Sechs ESG-Softwarelösungen für den Mittelstand
Persefoni
Weltweit bekannt für seine CO2-Management-Funktionen. Als „CO2-Kontrollzentrum“ hilft die Software auch kleineren Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen gemäß internationaler Standards zu bilanzieren. Die Plattform unterstützt das Benchmarking gegen Mitbewerber und bietet umfassende Berichtsoptionen, die bei Banken und Investoren anerkannt sind.
VERSO
Insbesondere für KMU ideal: Die Einführung dauert nur wenige Tage, die Benutzeroberfläche ist intuitiv. Neben einer praktischen CSRD-Mapping-Funktion bietet VERSO einen agilen Ansatz: Unternehmen können mit Basisfunktionen starten und bei Bedarf Module (z. B. Lieferketten, Umwelt) hinzuschalten.
Tanso
Für produzierende Unternehmen wichtig: Tanso punktet mit automatischer Erfassung von Materialströmen und Scope-3-Emissionen. Das System nimmt Unternehmen an die Hand und hilft, komplexe Lieferketten digital zu durchleuchten und Prozesse laufend zu verbessern – auch ohne eigene Nachhaltigkeitsabteilung.
Diligent ESG
Hier steht die Integration von Governance, Risiko und Compliance (GRC) im Vordergrund. Das Tool ermöglicht es KMU, alle relevanten GRC-Daten an einem Ort zu verwalten und in Berichte zu übertragen. Es eignet sich besonders für Firmen mit weiterentwickelten Nachhaltigkeitsprozessen und/oder eigenen Tochtergesellschaften.
Code Gaia
Als TÜV-zertifizierte Lösung setzt Code Gaia Maßstäbe in punkto Datensicherheit und Audit-Bereitschaft. Die Software bietet geführte Workflows und KI-gestützte Assistenten, die gerade für Erstnutzer hilfreich sind. Praktisch ist der unkomplizierte Export von Berichten und die Möglichkeit, Berichtstandards flexibel zu wählen.
.five (strait.earth)
Der Newcomer überzeugt durch Echtzeit-Datenanalyse, KI-gestützte Auswertung und Geräte-Integration („Smart Kits“). Ob Klima-Monitoring am Standort oder Echtzeit-Check der Lieferkette: Mit .five behalten KMU alle ESG-relevanten Kennzahlen stets im Blick. Die Plattform wächst als SaaS-Modell mit den Anforderungen und ist besonders kostengünstig für den Einstieg.
Was darf es kosten?
Die entscheidende Frage: Was kostet eine entsprechende Lösung im konkreten Anwendungsfall? Eine pauschale Antwort auf diese Frage lässt sich nicht seriös geben, denn alle Anbieter arbeiten mit modularen Preisen, die sich auf Unternehmensgröße, Anwenderzahl, das Datenvolumen und auch den Funktionsumfang beziehen. Kosten starten bei etwa 5.000 Euro pro Jahr und können sich auf bis zu hohe fünfstellige Beträge belaufen. Unser Tipp: Im Vorfeld sehr genau das eigene Anforderungsprofil definieren. Umso besser lassen sich konkrete Angebote aushandeln.
Fazit: Mit Daten strategisch führen statt nur berichten
Eine ESG-Software sollte für Unternehmen, gleich ob klein oder groß, weit mehr als ein Reporting-Werkzeug sein. Denn eine gute und zum Unternehmen passende Lösung schafft eine saubere, zentrale Datenbasis, vermeidet Datensilos in versteckten Excel-Tabellen und reduziert manuellen Aufwand. Dies ermöglicht es, Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie wirklich Wirkung entfalten: in die Umsetzung.
Damit ist die Investition in die richtige ESG-Software nicht nur eine Grundlage für Compliance-Sicherheit, sondern auch ein strategisches Steuerungsinstrument für Effizienz, Risikomanagement und Wettbewerbsfähigkeit – also eine Investition in die unternehmerische Zukunft.
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