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Startups im Ruhrgebiet

Interview mit Motion Miners

Motion Miners sind im September beim Wettbewerb Out of the Box ausgezeichnet worden. Und auch sonst läuft es für das Start-up aus Dortmund rund. Das Unternehmen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mit Hilfe von Sensoren Daten zu erheben, um mauelle Prozesse zu optimieren. Die Dienstleistung ist besonders in der Logistik, aber auch in der Produktion und Pflegeeinrichtungen stark gefragt.

Motion-Mining - was ist das eigentlich?

Motion-Mining ermöglicht eine ganzheitliche, anonyme und aufwandsarme Erfassung und Analyse manueller Arbeitsprozesse. Dafür nutzen wir Sensoren und Machine-Learning. Während einer Prozessanalyse mit Motion-Mining werden Potenziale in den Bereichen Effizienz und Ergonomie aufgedeckt und so ein Mehrwert für die Unternehmen und die Belegschaft generiert. Unser Portfolio umfasst neben der Motion-Mining-Technologie, welche als Produkt oder als Dienstleistung angeboten wird auch eine CoVid-Tracing-Solution, eine B2B-Lösung zur automatischen Kontaktverfolgung.

Was ist das Besondere, das Innovative an Ihrer Arbeit?
Im Vergleich zu manuellen Prozessaufnahmen und -analysen, welche heutzutage in Unternehmen durchgeführt werden, setzt die Analyse mittels Motion-Mining einen anderen Schwerpunkt. Durch die Sensoren reduziert sich der Aufwand für die eigentliche Datenaufnahme um ca. 80 %, wobei die Datenausbeute 40- bis 80-fach größer ist als aktuell. Diese Aufwandsreduktion ist möglich, da nicht wie sonst üblich ein Prozessingenieur über die gesamte Messdauer die Vorgänge handschriftlich, mit Stoppuhr und Klemmbrett, protokollieren muss. Die so gewonnene Zeit kann ein Prozessingenieur dann in die Analyse und Gestaltung der Prozesse investieren.

 

 

2019 haben Sie Ihr Headquarter in Dortmund gebaut - warum gerade hier? Was macht den Standort attraktiv?

Dortmund bzw. das Technologiezentrum sind aufgrund der Umgebung und Nähe zu potenziellen Kunden für uns ideal. In fußläufiger Entfernung liegen die TU Dortmund und die Fachhochschule Dortmund, an denen die meisten unserer Werkstudenten studieren. Zudem befinden sich zwei Fraunhofer-Institute in Dortmund. Flankiert wird dies durch eine sehr aktive Wirtschaftsförderung und ein sehr hilfsbereites Centrum für Entrepreneurship der TU Dortmund, die zur Attraktivität des Standorts beitragen.
Natürlich gibt es bei uns Gründern auch einen persönlichen Bezug zur Stadt. Unsere Studienzeit verbrachten wir Gründer in Dortmund und lernten uns hier kennen. Sascha Kaczmarek, einer meiner Mitgründer hat sogar einen Teil seiner Kindheit in Dortmund verbracht.


Was war die größte Herausforderung auf dem Weg von der Idee einer automatischen Analyse von Prozessen bis zur Firmengründung?

Bis Corona war unsere größte Herausforderung eine Anschubfinanzierung zu finden, um Vollzeit an MotionMiners arbeiten zu können. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind die aktuelle wirtschaftliche Lage und auch die Einschränkungen, die damit verbunden sind, die größte Herausforderung unserer bisherigen Firmengeschichten.
 

Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Momentan ist unser wichtigstes Ziel die Überwindung von Corona, um im nächsten Jahr wieder an den Kurs von vor Corona anzuknüpfen und unsere Wachstumsziele weiter zu verfolgen. Beeinflussbar ist die aktuelle Situation aber leider nur in Maßen.
Wichtig ist es weiterhin unsere Ziele der nächsten Jahre im Blick zu halten. Dazu zählen neben der Erschließung weiterer Branchen auch die Internationalisierung unseres Geschäfts.

Was raten Sie Gründern, die sich in der Metropole Ruhr selbstständig machen wollen?

Ich rate jedem Gründer passende Unterstützungsangebote zu recherchieren und diese in Anspruch zu nehmen. Unserer Erfahrung nach, kann man hier nur gewinnen. Das Wichtigste ist aber, der Aufbau und die Pflege des eigenen Netzwerkes. Nicht zuletzt in Zeiten von Corona zeigt es sich, wie entscheidend es ist auf gute Kontakte zurückgreifen zu können und die Möglichkeit zu haben, sich gegenseitig zu unterstützen.
Und natürlich rate ich allen, Dortmund als Standort zu wählen.