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Innovation Talk - China

Innovation Talk ist das neue digitale Format der BMR das aktuelle, relevante Themen gemeinsam mit den internationalen Netzwerkpartnern der BMR beleuchtet und Unternehmen aus der Metropole mit innovativen Start-ups und Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt.  

In dem "Innovation Talk - China" am 07. Mai 2020 wurden gemeinsam mit hochrangingen China-Experten die enormen Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen beleuchtet. Moderiert wurde der Talk von BMR-HUB-Manager Frank Speer.

Wie schafft Chinas Gesellschaft und Wirtschaft den Weg aus der Corona-Krise und welche Learnings können wir für uns nutzen? Mit welchen Auswirkungen ist die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie aktuell konfrontiert und was erwartet uns erst noch? Wie konnte die Städtepartnerschaft zwischen Duisburg und Wuhan einen Beitrag zur Krisenbewältigung in beiden Städten leisten? Wie schaffen es chinesische Start-ups, die aktuelle Situation für neue, digitale Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen?

Wir dokumentieren hier die Kernaussagen der Referenten aus ihren Vorträgen.

Rasmus Beck, Geschäftsführer Business Metropole Ruhr:

  • Kooperation mit China und anderen Ländern lebt von konkreten Projekten.
  • In dem neuen Veranstaltungsformat Innovation Talk geht es um die Erörterung aktueller Fragen der internationalen Wirtschaftsentwicklung mit hochkarätigen Gästen und Rednern.
  • Die Innovation Bridge bringt dabei Unternehmen aus der Metropole mit innovativen Startups und Experten aus der ganzen Welt zusammen.

Frank Sieren, Kolumnist des Handelsblatts und einer der führenden deutschen China-Experten:

  • Die gesellschaftlich-wirtschaftliche Lage in China und anderen asiatischen Ländern entspannt sich und China konnte seine sinkenden Exporte in den Westen mit Ausfuhren in asiatische Märkte kompensieren.
  • China und andere asiatische Länder haben aufgrund ihrer Vorerfahrung im Vergleich zu SARS 2003 die jetzige Krise recht gut gemeistert und konnten die Folgen abmildern. Im Vergleich zu anderen Ländern gab es hier prozentual weniger Sterbefälle durch Corona.
  • Der Export macht in China nur noch 20% des BIP aus, 80% sind Binnenkonsum, daher ist die Abhängigkeit vom Ausland nicht so stark wie angenommen.
  • Die chinesische Regierung ruft derzeit ein Konjunkturprogramm in Höhe von rund 4% des BIP ins Leben, das ggf. noch auf bis zu 10% des BIP ansteigen wird.
  • Die Immobilienpreise in China sind wenig eingebrochen und die Krise wird Chinas wirtschaftliche Stabilität insgesamt nicht ins Wanken bringen. Die Frage ist, wie der Westen vom asiatischen Aufschwung profitieren kann.
  • Die Abhängigkeit von asiatischen Märkten wird größer werden und Asien ist in der Krise näher zusammengerückt. Zugleich wird der Konflikt Chinas mit der absteigenden Weltmacht USA nicht abnehmen, sondern sich eher verschärfen.

    Kontakt und Newsletter von Frank Sieren hier entlang.

Jens Hildebrandt, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer Peking:

  • Zu viel Optimismus mit Blick auf die chinesische Wirtschaft ist nicht angebracht; denn die Quartalszahlen 2020 waren sehr schlecht in China, insbesondere die Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Produktionskennzahlen sowie der Tourismus lagen zuletzt nur bei 50% ihres vormaligen Wertes.
  • Das BIP ist auch eine politische Größe in China und die Regierung muss einen Balanceakt zwischen Austerität und Stimulierung leisten, dabei wird mit einem Konjunkturpaket für mehr Liquidität in den Unternehmen gerechnet.
  • Die AHK war sehr beschäftigt in den Monaten der Krise und Blitzumfragen ergaben, dass sich die Lage der deutschen Unternehmen in China ab Mitte März normalisierten und sich die Lage bis Herbst weiter bessert. Der Automobilumsatz ist beispielsweise fast wieder auf Vorjahresniveau.
  • Die AHK rechnet noch mit einer durch die Seuche angespannten Lage über die nächsten 24 Monate und es müssen Wege gefunden werden, wie der bilaterale Handel dennoch weiter aufrechterhalten und gestärkt werden kann.

    Kontakt zu Jens Hildebrandt hier entlang.

Prof. Ferdinand Dudenhöffer, bis 2020 Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen und jetzt an der Universität St. Gallen.

  • Die chinesische Autoindustrie ist durch die Krise in Mitleidenschaft gezogen und der Handelskrieg zwischen den USA und China schädigt zusätzlich die Wirtschaft, nicht zuletzt indirekt auch Deutschlands.
  • Es herrschen Überkapazitäten in der deutschen Autoindustrie und es wird einen Arbeitsplatzabbau von bis zu 100.000 Stellen geben.
  • Die Umstellung von VW auf Elektrofahrzeuge ist gut für die deutsche Automobilindustrie und die Wirtschaft Deutschlands.
  • Es bleibt abzuwarten, ob Shenzhen das Silicon Valley als technisches und innovatives Zentrum ablösen wird. Die Digitalisierung ist jedenfalls ein sehr wichtiges Thema und China hier in einer starken Position.
  • China wird immer mehr zu einem globalen Schwerpunkt der Wirtschaft, der Umgang mit China ist zugleich schwierig. Gleichzeitig macht es Sinn, mit China wirtschaftlich zusammenarbeiten.
  • Der Duisport mit seinen wöchentlich 50 Zügen von und nach China legt hier wichtig Grundlagen für Verbindungen und für eine praktische Kooperation, auch wenn zuletzt nur einer von drei Zügen voll wieder nach China zurückfährt.

    Kontakt zu Prof. Ferdinand Dudenhöffer hier entlang.

Ralf Meurer, Geschäftsführer der Duisburger Wirtschaftsförderung:

  • Die Verbindung zwischen Duisburg und Wuhan ist seit Langem sehr eng und geht dabei qualitativ über das Maß einer normalen Städtefreundschaft hinaus und ist mit Leben gefüllt. Es finden viele gegenseitige Delegationen statt und Duisburg-Wuhan war in Deutschland die erste Partnerschaft zu einer chinesischen Stadt.
  • So unterstützte Duisburg in einer Spendenaktion die Partnerstadt, was in Wuhan gut ankam. Im Gegenzug half Wuhan Duisburg mit Lieferungen auf dem Höhepunkt der Coronakrise in Deutschland.
  • Der chinesische Staatschef Xi Jinping war bereits im Rahmen der Belt and Road Initiative in Duisburg zu Besuch. Dabei werden in China immer mehr Städte an die Verbindung angeschlossen. Auf deutscher Seite ist Duisburg ein wichtiger Knotenpunkt, von wo aus weitere Verbindungen innerhalb Europas erfolgen.
  • Der Güterverkehr von Deutschland nach China wird dabei weiter ausgeweitet. Während der Coronakrise ist der Güterverkehr derzeit jedoch stark zurückgegangen.
  • Das nächste Business and Investors Forum China ist in Duisburg für den 30.09. geplant.

    Kontakt zu Ralf Meurer hier entlang.

Alvaro Montoya, Mitbegründer des Start-Ups Akkadu:

  • Akkadu bietet online simultan Übersetzungen von Dolmetschern rund um die Welt für online Webinare verschiedener Hersteller und Plattformen. Immer mehr Dolmetscher nutzen Akkadu, das auch von chinesischen Apps wie K Talk bereits in ihre Funktion integriert wurde.

    Kontakt zu Alvaro Montoya hier entlang.

Live-Mitschnitt

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich den Innovation Talk China anzusehen. Timecode:

03:14 - 06:30 ► Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr

07:20 - 18:55 ► Frank Sieren, Handelsblatt, China-Korrespondent

20:11 - 24:40 ► Jens Hildebrandt, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Peking (AHK)

26:28 - 36:07 ► Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Automobil-Experte, Universität St. Gallen

36:37 - 39:47 ► Frank Sieren, Handelsblatt, China-Korrespondent

49:23 - 54:29 ► Jens Hildebrandt, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Peking (AHK)

56:08 -1:7:55 ► Startup-Pitch: Montoya

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HUB-Manager
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