×
×

Einzelhandels­markt

Krisen-Gewinner: Bau/Garten/Freizeit

200 €/qm NF

Spitzenmiete 2020 (Schätzung/höhere Mieten möglich*)

29.10 Mrd. Euro

Nachfragevolumen 2020

104,4

Zentralitätskennziffer

Quelle Bulwiengesa AG

*Hinweis: Die Berechnung der Spitzenmiete erfolgt nach der Definition der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V.. In den Märkten werden auch Abschlüsse oberhalb des Spitzenmiete-Mittelwertes erzielt.

Nachfragevolumen

Das Nachfragevolumen (alle Hauptwarengruppen) im stationären Einzelhandel der Metropole Ruhr summierte sich im Jahr 2020 auf ca. 29,16 Mrd. Euro und lag damit 1,4 % bzw. knapp 410 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Als Folge der Corona-Pandemie bzw. der Maßnahmen zu deren Eindämmung ergaben sich dabei größere Verschiebungen in Bezug auf die Verteilung nach Hauptwarengruppen. Der Anteil der Waren des täglichen Bedarfs stieg auf 57,4 % bzw. 16,7 Mrd. Euro (2019: 54,2 % bzw. 15,5 Mrd. Euro). Dies liegt insbesondere in der Ausweitung von Homeoffice-Regelungen und der damit verbundenen Mittagsversorgung in den eigenen vier Wänden sowie der im Allgemeinen kürzeren Öffnungszeiten bzw. Schließung von Gastronomiebetrieben begründet.

Auch die Warengruppe Bau/Garten/Freizeit profitierte von der Corona-Pandemie. Ihr Anteil am Nachfragevolumen stieg auf 12,3 % bzw. 3,57 Mrd. Euro anstieg (2019: 10,8 % bzw. 3,1 Mrd. Euro). Man könnte hier fast von einem Anti-Urlaubs-Effekt sprechen, da Verbraucher das eingesparte Urlaubsgeld in die eigenen vier Wände investieren. Dazu konnte ein regelrechter Boom beim Handel mit Fahrrädern und E-Bikes beobachtet werden, die sich zum Fortbewegungsmittel der Stunde entwickelten.  

Deutliche Einbußen wurden beim stationären Modeeinzelhandel registriert, deren Anteil am Nachfragevolumen auf 8,1 % bzw. 2,37 Mrd. Euro sank (2019: 11,6 % bzw. 3,35 Mrd. Euro). Der stationäre Modeeinzelhandel stand schon vor der Pandemie durch die Konkurrenz zum Online-Handel deutlich unter Druck. Corona war hierfür ein weiterer Brandbeschleuniger. Darüber hinaus war im Zuge der Kontakt- bzw. Ausgangsbeschränkungen grundsätzlich eine geringere Nachfrage nach modischen Bedarfsgütern zu beobachten.

Deutliche Einbußen wurden beim stationären Modeeinzelhandel registriert, deren Anteil am Nachfragevolumen auf 8,1 % bzw. 2,37 Mrd. Euro sank (2019: 11,6 % bzw. 3,35 Mrd. Euro). Der stationäre Modeeinzelhandel stand schon vor der Pandemie durch die Konkurrenz zum Online-Handel deutlich unter Druck. Corona war hierfür ein weiterer Brandbeschleuniger. Darüber hinaus war im Zuge der Kontakt- bzw. Ausgangsbeschränkungen grundsätzlich eine geringere Nachfrage nach modischen Bedarfsgütern zu beobachten.

Die Corona-Pandemie erhöht den Druck auf die Mietentwicklung in 1a-Lagen

bulwiengesa AG
 

Spitzenmiete

Unter den Assetklassen der Immobilienbranche ist der Einzelhandel neben dem Hotelmarkt am stärksten von der Covid-19-Pandemie und den Maßnahmen zu deren Eindämmung betroffen. Der zeitweise komplette Shutdown des Einzelhandels bringt viele, insbesondere kleinere Unternehmen und Selbstständige, an die Grenze ihrer Existenz.
Während in den vergangenen Jahren insbesondere die Frequenz in den Spitzenlagen der Erfolgsgarant war, führen geschlossene Geschäfte, bzw. die unter Beachtung geltender Hygienevorschriften nur eingeschränkt nutzbaren Ladenlokale zu weniger stark besuchten Einkaufsstraßen in der Metropole Ruhr.

In der Folge gab die Spitzenmiete für 1a-Lagen, die im Dortmunder Westenhellweg erzielt wird, um 6 Euro/m² auf 200 Euro/m² nach. Auch in anderen Teilmärkten der Metropole Ruhr konnten nachlassende Mieten für 1a-Lagen beobachtet werden.

Damit liegt die Metropole Ruhr weiterhin unter dem Mittel der A-Städte, das im vergangenen Jahr um ca. 6,80 Euro/m² auf 275 Euro sank.

Die gemittelte Durchschnittsmiete für die 1a-Lagen aller Teilmärkte der Metropole Ruhr datierte binnen Jahresfrist 2020 bei 33,75 Euro/m² und damit 3,1 % bzw. rund 1 Euro/m² unter dem Vorjahresniveau. Die gemittelte Miete für Stadtteillagen zeigte eine stabile Entwicklung und lag Ende 2020 bei 8,61 Euro/m².

Bei einer Normalisierung der Einzelhandelsrahmenbedingungen, die bei der zu erwartenden Verlängerung des Lockdowns über den 31. Januar hinaus derzeit noch sehr schwierig abzuschätzen sind, wird sich der Druck auf die Einzelhandesmieten wieder abmildern.

(*Hinweis: In den Märkten werden auch Abschlüsse oberhalb des Spitzenmiete-Mittelwertes erzielt. Quelle: bulwiengesa AG)

Verkaufsfläche nach Betriebstypen

Bei der Betrachtung der Verkaufsfläche nach Betriebstypen sind im Vergleich zu 2019 nur geringfügige Änderungen zu verzeichnen, die sich auf die Betriebstypen Fachmarktzentren (> 8.000 m² VKF) und Lebensmittelgeschäfte (> 400 m² VKF) beschränken.

Die Verkaufsfläche in Fachmarktzentren der Metropole Ruhr sank leicht um 3,7 % bzw. 13.750 m² auf rund 359.000 m², während die Verkaufsfläche im Lebensmitteleinzelhandel um 0,6 % bzw. 11.450 m² auf ca. 1,875 Mio. m² stieg.

Die Verkaufsfläche in Shoppingcentern (> 10.000 m² VKF) lag Ende 2020 unverändert bei 764.800 m².