Wie Entbürokratisierung gelingen könne und wie das Ruhrgebiet Vorreiter bei der konkreten Umsetzung sein könne, diskutierten rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Landes- und Bundespolitik, Wirtschaft und Kommunen. Bürokratieabbau sei ein Thema, das alle bewege, stellte BMR-Geschäftsführer Jörg Kemna in seiner Eröffnungsrede fest, aber dessen Lösung nur gemeinsam gefunden werden könne. Die Wirtschaftskonferenz Ruhr solle deshalb auch Entscheiderinnen und Experten ins Gespräch bringen.
Momentum nutzen
Es gebe ein Momentum, der Veränderungsdruck sei groß und mit dem neuen Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung gebe es zum ersten Mal einen Ansprechpartner, waren sich die vier Teilnehmer des Hauptpanels, das von WAZ-Chefredakteur Andreas Tyrock moderiert wurde, einig.
„Wir haben nicht nur die Konzerne hier, wir haben auch eine einmalige geografische Lage im Herzen Europas mit Anbindung per Schiene, Bahn, Autobahn, Flugzeug und insbesondere auch über die Wasserwege“, sagte Guido Kerkhoff, Moderator des Initiativkreises Ruhr und Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co SE. Das Ruhrgebiet sei weiterhin bei Energiethemen stark und könne daher gerade bei der energetischen Transformation, aber auch bei der Nutzung von Flächen, mehr machen, wenn Genehmigungsverfahren schneller und einfacher wären, so Kerkhoff weiter.
Er sehe drei Prioritäten – Verantwortung, Bündelung und das Einer-für-alle-Prinzip, sagte RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin. In Verwaltungen müsse jemand bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Zudem würden an vielen Stellen gleiche oder ähnliche Aufgaben erledigt, die gebündelt werden könnten. Und wenn es darum gehe, eine Aufgabe zu digitalisieren, sollte eine Kommune eine digitale Lösung entwickeln, die dann von den 52 anderen Ruhrgebietskommunen gekauft werden könne, so Duin.
„Wenn wir Bürokratie abbauen wollen, brauchen wir Mut und einen Kulturwandel. Wir sollten aber nicht in unseren Ambitionen nachlassen, sondern in der Umsetzung klüger werden.“
Bundesvorsitzender, Bündnis 90/Die GrünenBürokratieabbau als Investition in die Zukunft
Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und Duisburger, betonte, dass es auch aus bundespolitischer Sicht Rückhalt für schlanke, digitale Prozesse, die alle mitnehmen, gebe. Bürokratieabbau bedeute, richtig gemacht, keinen Verzicht auf Kontrolle, sondern sei eine Investition in die Zukunft. „Wenn wir Bürokratie abbauen wollen, brauchen wir Mut und einen Kulturwandel. Wir sollten aber nicht in unseren Ambitionen nachlassen, sondern in der Umsetzung klüger werden“, so Banaszak.
Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, ergänzte, dass auf allen staatlichen Ebenen mehr Vertrauen untereinander und in die Unternehmen nötig sei. Das tatsächliche Abschaffen von Regeln werde noch eine Menge Arbeit, die nicht konfliktfrei sein werde.
Fachliche Panels mit konkreten Beispielen
In zwei fachlichen Panels zu den Themenfeldern „Immobilien & Bau“ sowie „Energie & Infrastruktur“ sprachen Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, der Europäischen Kommission sowie aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik über konkrete Probleme. Die zentrale Frage dabei: Mit welchen praxisnahen Lösungen können bürokratische Hürden abgebaut werden?
Netzwerken und Austausch bei sommerlichem Wetter
In den Panels wurde fachlich diskutiert, abseits der Bühne stand das Netzwerken im Vordergrund: Viele Gäste nutzten bereitgestellte Loungebereiche unter dem Luftschiff Theo, um sich in 1-zu-1-Meetings mit bekannten und neuen Kontakten auszutauschen. Bei sommerlichem Wetter boten auch Stehtische im Freien eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Industrien verändern sich und damit auch Industrieregionen. Nachhaltigkeit und Vernetzung sind entscheidende Faktoren geworden. Dafür stehen RWE und das Ruhrgebiet. Ich freue mich über den Business Award Ruhr 2025 als Anerkennung und auch stellvertretend für den Mut vieler, diese Transformation anzupacken.“
Chief Operating Officer Hydrogen, RWE Generation SEBusiness Award Ruhr an Dr. Sopna Sury verliehen
Im Anschluss an die Wirtschaftskonferenz Ruhr fand ein Abendempfang mit geladenen Gästen statt. In einem kurzweiligen Begrüßungsinterview betonten Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Marc Buchholz, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr, die Fortschritte des Wandels in den Ruhr-Städten. Der Luftschiffhangar am gemeinsamen Flughafen sei dafür nur ein Beispiel: „Hier kann man Transformation erleben“, sagte Marc Buchholz. „Viele Unternehmen haben sich längst auf dem Weg gemacht“, so Thomas Kufen.
Das Kuratorium der Business Metropole Ruhr verlieh zum zweiten Mal den Business Award Ruhr – in diesem Jahr an Dr. Sopna Sury von RWE. Sury stehe für eine neue Generation von Führung. Für Fortschritt aus dem Ruhrgebiet – mit globaler Relevanz. Für Wandel, der Chancen schaffe. Und für eine Region, die mutig in die Zukunft blicke, so Tobias Nadjib, Vorsitzender des Kuratoriums der BMR.
„Industrien verändern sich und damit auch Industrieregionen. Nachhaltigkeit und Vernetzung sind entscheidende Faktoren geworden. Dafür stehen RWE und das Ruhrgebiet“, sagte Dr. Sury: „Ich freue mich über den Business Award Ruhr 2025 als Anerkennung und auch stellvertretend für den Mut vieler, diese Transformation anzupacken.“
Positionspapiere
Im Vorfeld der ersten Wirtschaftskonferenz Ruhr wurden in Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden, Politik und Wirtschaft zwei Positionspapiere zu den Themenfeldern „Immobilien & Bau“ sowie „Energie & Infrastruktur“ erarbeitet, die als Diskussionsgrundlage für die Panels dienten. Sie finden die Positionspapiere hier zum Download.
Die Business Metropople Ruhr veranstaltete die Wirtschaftskonferenz Ruhr zum ersten Mal im Auftrag der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr. Partner waren der Initiativkreis Ruhr, die Industrie- und Handelskammern Ruhr sowie die Funke Mediengruppe und Drees & Sommer, ein international tätiges Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor.
Die Pressemitteilung zur Wirtschaftskonferenz Ruhr 2025 finden Sie hier.
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