Wie können Unternehmen auf diese wirtschaftlichen und klimatischen Risiken reagieren? Das war Thema bei der dritten Ausgabe der Reihe „Kühle Köpfe für heiße Flächen“, organisiert von unserem Umweltwirtschaftsnetzwerk Greentech.Ruhr.
Das eindrücklichste Beispiel für Klimaanpassungsmaßnahmen lieferte der Veranstaltungsort selbst, das GXO-Logistikzentrum in Dorsten. Gebaut auf einem ehemaligen Zechengelände und nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, nutzt das Gebäude Geothermie und Photovoltaik für Wärme- und Energieversorgung. Ein begrünter Dachgarten und Wildblumenwiesen auf dem Gelände bieten im Sommer Kühlung, Regenwasser wird aufgefangen und genutzt.
Logistikzentrum in Dorsten zeigt, wie es geht
Die Anfangsinvestitionen seien höher, aber im Betrieb werde das Gebäude günstiger und resilienter, so Alexander Scheld, Managing Director Germany bei GXO. „Wir denken nicht in Quartalen, sondern in Dekaden.“
Und warum sind klimaangepasste Gebäude ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen? „Integriert geplante und klimaangepasste Logistikgebäude haben zahlreiche Vorteile: Sie erzeugen nicht nur ökologische Wirkung, sondern auch konkreten wirtschaftlichen Mehrwert. So stärken sie die Resilienz von Standorten und Lieferketten, erhöhen die Versorgungssicherheit für Kunden, senken langfristig Betriebskosten und schaffen ein Arbeitsumfeld, das die Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden fördert“, sagte Scheld. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten von Mitarbeitenden seien in Dorsten um zwei bis drei Prozent niedriger als an anderen Standorten.
Bei einer Führung durch das moderne Logistikzentrum erhielten die Teilnehmenden zudem einen Eindruck von den zu rund 90 Prozent automatisierten Prozessen.
„Integriert geplante und klimaangepasste Logistikgebäude haben zahlreiche Vorteile: Sie erzeugen nicht nur ökologische Wirkung, sondern auch konkreten wirtschaftlichen Mehrwert. So stärken sie die Resilienz von Standorten und Lieferketten, erhöhen die Versorgungssicherheit für Kunden, senken langfristig Betriebskosten und schaffen ein Arbeitsumfeld, das die Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden fördert.“
Managing Director Germany, GXO Logistics Services Germany GmbHPraktische Lösungen gegen Hitze und Starkregen
Wie Unternehmen mithilfe von Schwammstadt-Maßnahmen – etwa einem begrünten Parkplatz und Regenrückhaltebecken – ihr Gelände an Hitze und Starkregen anpassen können, zeigte Patrick Czok von der Zukunftsinitiative Klima.Werk der Emschergenossenschaft/Lippeverband mit vielen praktischen Beispielen aus dem Ruhrgebiet.
Die Funke Kunststoffe GmbH, ein Hammer Familienunternehmen in dritter Generation, reduzierte nicht nur seinen eigenen CO2-Fußabdruck um 88 Prozent, sondern bietet Unternehmen und Kommunen Produkte zur Regenwasserbewirtschaftung an und berät zu passenden Maßnahmen. Welche Effekte Fassaden-, Dachbegrünung und Grünanlagen haben können, erklärte Landschaftsgärtner Christian Schenke, Geschäftsführer der 1910 gegründeten Scheidtmann GmbH aus Marl.
Regionale Klimadaten für das Ruhrgebiet
Der Regionalverband Ruhr will perspektivisch ein Dashboard mit regionalen Klimadaten sowie Klimasimulationen für die Verbandskommunen anbieten, so Thorsten Stock, Teamleiter Klimaanpassung, Regionalverband Ruhr. Es gebe bereits viele Messungen, zum Beispiel von den Universitäten, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW oder den Kommunen selbst, aber sie seien nicht für das Ruhrgebiet vereinheitlicht, sagte Stock.
Klimarisiken müssten als Wirtschaftsfaktor stärker berücksichtigt werden und als Anstoß dienen, öffentliche Räume und Firmengelände an Hitze und Starkregen anzupassen, waren sich die Teilnehmenden der Veranstaltung einig.









