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© BMR/Paul

So machen wir das! Umwelt­wirt­schaft im Ruhrgebiet

16.05.2025

Motivation fürs Weitermachen: Auf dem Jahrestreffen von Greentech.Ruhr, dem Netzwerk der Umweltwirtschaft im Ruhrgebiet, diskutierten wir auf dem Digital Campus Zollverein darüber, mit welchen Kompetenzen und Akteuren die nachhaltige Wirtschaft vorangebracht und Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden können.

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: In NRW arbeiten über 600.000 Menschen in der Umweltwirtschaft, die meisten davon sind im Ruhrgebiet beschäftigt. Branchen wie Recycling und Kreislaufwirtschaft verzeichnen ein Wachstum. Die Umweltwirtschaft sichert Arbeitsplätze. 2016 wurde das Netzwerk Greentech.Ruhr ins Leben gerufen. Es hat mittlerweile über 240 Partner, 150 von ihnen nutzten das Jahresreffen, um Kontakte zu vertiefen und neue Bekanntschaften zu machen.

Ein Partner der ersten Stunde und Unterstützer des Netzwerks ist die EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Andre Boschem, EWG-Geschäftführer, betonte bei der Eröffnung des Events, dass sich Essen ehrgeizige Ziele für die grüne Transformation gesetzt habe, wie zum Beispiel die Entwicklung nachhaltiger Gewerbegebiete. „Wir sehen hier nicht nur Herausforderungen, sondern haben die Chancen und Impulse für die Wirtschaft im Blick."

Auf einer Reise zu den Lösungen

Neben der Frage, wie Künstliche Intelligenz Nachhaltigkeit unterstützen kann und welche Chancen in der Regulatorik des Green Deal stecken, ging es bei dem großen "Klassentreffen" der Umweltwirtschaft vor allem um das Thema Motivation. Das machte schon der Impuls von York Hovest deutlich. Der National Geographic Buchautor und Extremabenteurer nennt sich selbst Mutmacher. Er bereiste die Welt, machte Fotos und Filme über plastikverseuchte Meere und Strände, die in Müllbergen versinken. Sein Anliegen ist es aber nicht, die Katastrophen zu dokumentieren, sondern nach Lösungen zu suchen. Und die gibt es. Er fand die großen und kleinen “Helden”, die Ideen und Projekte entwickelt haben, um den Umweltzerstörungen entgegenzuwirken. Auf der Plattform heroesofthesea.com sind die “Helden” gelistet. “Gute Ideen können Schule machen. Wir brauchen Helden, die uns zu den richtigen Lösungen führen”, so York Hovest.

 

Best Practices aus der Region

Auf der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass sich das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften geändert hat: „Noch vor 50 Jahren sprach man von “Spinnern”, wenn Kunden in umweltbewusste Produkte investieren wollten. Diese Unternehmen waren intrinsisch motiviert. Dann folgte die Phase der politischen Richtlinien, aber jetzt ist die Motivation existenziell", erläuterte Marc Letzing von der GLS Bank, die ausschließlich nachhaltige Lösungen finanziert. „Und es lohnt sich, denn die Kredite werden zurückgezahlt. 

Gundula Ullah von der FUNKE Gruppe, die 2021 beschloss, eine neue Nachhaltigkeitsstrategie zu verfolgen, berichtete von ihren Erfahrungen: „Wir haben einen Lieferanten-Dialog ins Leben gerufen, um Schritt für Schritt mit unseren Partnern einen Weg zur besseren CO2-Bilanz zu finden". Der Prozess sei nicht einfach gewesen, aber mittlerweile hat die FUNKE-Gruppe mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Für Susanne Linnebach von der Emschergenossenschaft/Lippeverband sind Klimaanpassungsmaßnahmen und Hochwasserschutz zentrale Themen. Die ELGV will energieautark werden, denn die Eneriegegewinnung aus Abwasser biete viel Potenzial. Hier gäbe es aber vor allem bürokratische Hürden. "Es ist wichtig, dass wir Modellprojekte weiter vorantreiben", appellierte sie.

Minister Oliver Krischer betonte in der Diskussion, dass der Klimaschutz nicht in Frage gestellt würde. „Wir sehen in der Nachhaltigkeit ein Geschäftsmodell, das nicht nur einen Beitrag zur Weltrettung leistet, sondern sich aus wirtschaftlich auszahlt."

„Das Ruhrgebiet ist die größte Umweltwirtschaftsregion und damit ein pulsierendes Zentrum für Umwelt- und Klimaschutz. Schon heute kann das Ruhrgebiet daher zu Recht als Blaupause für eine nachhaltige und grüne industrielle Transformation gelten. Das Netzwerk Greentech.Ruhr leistet dabei wertvolle Pionierarbeit."

Oliver KrischerMinister für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr des Landes NRW

So machen wir das!

Die Start-ups Green Ocean, Simplyfined, Simpl und GreenFoilNature im Pitch zeigten eindrucksvoll, dass es viele Möglich­keiten gibt, durch grüne Gründung und den Blick über Grenzen hinaus einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Und Vorbilder, die Schule machen, gab es auch unter den Teilnehmenden: