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© AmnajKhetsamtip

Transformation braucht Haltung – nicht Tischkicker

New Work ist kein Obstkorb. Und Wandel gelingt nur, wenn Organisationen lernen, anders zu arbeiten, Verantwortung neu zu denken und Perspektiven zu öffnen. Sebastian Schipper und Markus Morawe erklären, warum gerade das Ruhrgebiet dafür der ideale Nährboden ist – und wie das Zukunftscamp Schichtwechsel am 7. Mai in Dortmund Menschen dafür befähigt.

Was sind die größten Herausforderungen für Wandel in Unternehmen?

Sebastian Schipper: Die Herausforderungen sind vielfältig und sie ziehen sich durch alle Ebenen. Fehlende Tech-Strategie, mangelndes Know-how in der Digitalisierung, Silodenken, das Abteilungen voneinander trennt, Führung, die noch aus einer anderen Zeit stammt. Und das Fehlen eines gemeinsamen „Nordsterns", also einer klaren Richtung, hinter der alle wirklich stehen.

Markus Morawe: Genau, das Thema Orientierung ist essenziell. Wenn Teams kein gemeinsames Verständnis davon haben, wohin die Reise geht und warum, dann versandet jede Veränderungsinitiative irgendwann – egal wie gut sie gemeint oder geplant war und egal wie gut die eingesetzte Technologie ist.

Ist es nur eine Frage der Kommunikation?

Sebastian Schipper: Kommunikation ist zentral – keine Frage. Aber sie allein reicht nicht. Wandel braucht Strukturen, die ihn tragen. Und damit meine ich nicht nur Organigramme oder Prozesse, sondern auch technologische und kulturelle Strukturen. Es geht darum, methodenfest zu sein – also ein Repertoire zu haben, das hilft, Veränderung wirklich zu gestalten und nicht nur darüber zu reden.

Markus Morawe: Eine Organisation lässt sich halt nicht mit der Logik verändern, durch die sie entstanden ist. Das heißt für mich: Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir auch anfangen, anders zu arbeiten. Deshalb nutzen wir bewusst Formate, die Denken und Perspektiven öffnen – zum Beispiel LEGO® Serious Play®. Nicht als Spielerei, sondern als Arbeitsraum, in dem neue Perspektiven sichtbar werden.

Wandel gestalten beim Schichtwechsel

Die Veranstaltung “Schichtwechsel” am 7. Mai ab 17 Uhr in der Werkhalle des Union Gewerbehofs in Dortmund richtet sich an Geschäftsführende, Führungskräfte, HR- und Organisationsentwicklerinnen und -entwickler, Innovationsverantwortliche sowie alle, die in Unternehmen Wandel verantworten oder aktiv gestalten möchten.

Das Ticket für 39,00 € zzgl. MwSt. beinhaltet Zugang zu allen Programmpunkten, Methodenformaten und Networking-Möglichkeiten. Zur Anmeldeseite: www.schichtwechsel-zukunftscamp.de

Welche Eigenschaften, welches Know-how, welches Mindset müssen diejenigen Menschen mitbringen, die den Wandel in Unternehmen voranbringen wollen?

Sebastian Schipper: Aus meiner Sicht vor allem eines: Lernbereitschaft. Wer Wandel gestalten will, muss selbst bereit sein, sich zu verändern. Dazu gehört Offenheit für Neues, Resilienz wenn es mal nicht läuft und der Mut, den ersten Schritt zu machen, auch wenn der Ausgang ungewiss ist. Keine Angst vorm Scheitern, sondern die Haltung, daraus zu lernen. Und ganz wichtig: das eigene Ego im Griff haben.

Markus Morawe: Wandel gelingt selten als Einzelkämpfer. Es braucht Menschen, die zuhören, andere mitnehmen können und Lust haben, neue Herangehensweisen auszuprobieren. Und das im ständigen Dialog mit den Teams. Beteiligung ist ganz wichtig. Gerade weil Veränderung nur dann trägt, wenn Menschen sie auch mit gestalten dürfen.

“Transformation bedeutet, niemals stehen zu bleiben. Offen zu bleiben für Neues - technologisch, organisatorisch und kulturell. Und dabei ehrlich mit sich selbst zu sein, das eigene Ego im Griff zu behalten und bereit zu sein, auch die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und im Zweifel über Bord zu werfen. Wer Transformation begleiten will, muss sie zuerst bei sich selbst leben.”

Sebastian SchipperBerater für digitale Transformation und KI-gestützte Zusammenarbeit

Was wollt ihr mit dem Zukunftscamp Schichtwechsel erreichen?

Markus Morawe: Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, die Wandel bereits begleiten oder gerade damit anfangen. Einen Raum für echten Austausch, ohne Buzzword-Bingo. Wir wollen Rüstzeug vermitteln, Methoden vorstellen und Lust machen auf neue Herangehensweisen, die die Gestaltung von Wandel leichter machen.

Sebastian Schipper: Und wir wollen verschiedene Perspektiven zusammenbringen – ob aus der Organisationsentwicklung, der Technologie oder der Strategie. Transformation ist kein Ein-Personen-Job, grade jetzt, wo die KI-Disruption bereits in vollem Gange ist. Wir glauben, das Ruhrgebiet kann noch viel mehr solcher Formate vertragen, in denen Menschen zusammenkommen, die Zukunft aktiv gestalten wollen. Dafür wollen wir mit dem Schichtwechsel-Zukunftscamp stehen.

Wer kommt hier zusammen?

Markus Morawe: Menschen, die etwas bewegen wollen. Das klingt erstmal weit – und das ist am Ende genauso Absicht. Ob jemand seit Jahren in der Organisationsentwicklung unterwegs ist, gerade anfängt sich mit KI auseinanderzusetzen oder aus der Strategie kommt und merkt, dass Wandel mehr ist als ein Projektplan – alle sind willkommen. Was alle miteinander verbindet, ist die Haltung. Die Lust auf Austausch. Und das Interesse daran, Wandel wirklich zu verstehen und zu gestalten – nicht nur darüber zu reden.“

Sebastian Schipper: Und das geht durch alle Ebenen eines Unternehmens. Von Unternehmerinnen und Geschäftsführern über Führungskräfte bis hinein in Teams und Fachbereiche. Für mich zeigt sich Wandel in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig von Position oder Rolle.

Warum ist das Ruhrgebiet eine Transformationsregion?

Sebastian Schipper: Das Ruhrgebiet hat Wandel nicht irgendwann mal erlebt, es lebt damit seit Generationen. Bergbau, Stahl, Strukturwandel. Die Menschen hier haben nicht in Büchern gelesen, was Transformation bedeutet, sie haben sie aktiv miterlebt. Das steckt meiner Meinung nach in der DNA dieser Region. Das Startup-Ökosystem hier hat noch Luft nach oben, klar, aber das Potenzial ist da. Das Ruhrgebiet hat die Substanz, die Erfahrung und die Menschen dafür. Was es braucht, ist der Mut, diese Stärke bewusst in die Gestaltung von Zukunft zu investieren – in Unternehmen, in Organisationen und in Menschen.

Markus Morawe: Und genau deshalb passt ein Format wie Schichtwechsel auch so gut hierher. Das Ruhrgebiet hat eine lange Erfahrung mit Wandel – und gleichzeitig viele Unternehmen, die heute mitten in neuen Transformationsprozessen stehen.

“Transformation ist kein Projekt, sondern ein Dauerzustand. Unternehmen müssen immer wieder hinschauen, nachjustieren und Entscheidungen unter Unsicherheit treffen – gemeinsam und mit Beteiligung aller. Wandel zeigt sich nicht nur in Strategien, sondern vor allem im täglichen Führungshandeln.”

Markus MoraweMarkus Morawe ist Partner für Führung und Veränderung in Unternehmen

Sind bestimmte Branchen, Altersstrukturen oder Organisationen besonders offen für neue Prozesse und manche eben gerade nicht?

Sebastian Schipper: Aus meiner Erfahrung lässt sich das nicht an Alter oder Branche festmachen. Ich habe aufgeschlossene Menschen in traditionellen Industrien erlebt und völlig blockierte in vermeintlich modernen Unternehmen. Was den Unterschied macht, ist Mindset, Haltung und Vertrauen. In sich selbst, in das Team, in den Prozess. Was ich aber sagen kann: Konzerne oder große Unternehmen haben oftmals einen größeren Puffer, um länger am Status Quo festzuhalten.

Markus Morawe: Der Mittelstand steckt schon mitten im Wandel – hat aber häufig weniger Ressourcen, ihn aktiv zu gestalten. Gerade dort entsteht aus meiner Sicht in den kommenden Jahren ein großer Bedarf an Orientierung und gemeinsamer Entwicklung.

Viele sprechen von New Work – warum hadert Ihr mit dem Begriff?

Sebastian Schipper: Der Begriff ist leider selbst teilweise zum Buzzword verkommen - zumindest in meinen Augen. Nicht weil die ursprüngliche Idee dahinter falsch wäre, ganz im Gegenteil, sondern weil er über die Jahre auf Tischkicker, Obstkorb und Home-Office reduziert wurde. Das ist nicht New Work, das ist Deko. Mir persönlich ist das Label egal, was mich antreibt, ist die Frage, wie Unternehmen und Menschen mit dem umgehen, was gerade wirklich passiert. Multikrisen, KI-Revolution, eine ganze Generation von Führungskräften und Wissensträgern, die in den nächsten Jahren in Rente geht. Das sind keine Trendthemen, das ist Realität. Und die braucht mehr als einen coolen Bürostuhl oder fancy Team-Events.

Markus Morawe: Ich erlebe es in Unternehmen häufiger, dass die Aspekte, die Sebastian Schipper gerade genannt hat, an die „neuen“ Generationen geknüpft werden. Weil diese andere Ansprüche an Arbeit haben. Das stimmt auch – aber es ist eben nicht der Obstkorb, den diese Generationen fordern. Sie haben unter anderem einen anderen Anspruch daran, wie sie geführt werden wollen. Und darauf sind viele Unternehmen noch nicht ausreichend vorbereitet.

Zur Person: Sebastian Schipper

Sebastian Schipper ist Berater für digitale Transformation und KI-gestützte Zusammenarbeit. Er unterstützt Unternehmen dabei, technologische Möglichkeiten wie KI und Automatisierung sinnvoll einzusetzen und gleichzeitig Zusammenarbeit, Klarheit und Mut in Organisationen zu stärken. Sein Fokus liegt darauf, Komplexität greifbar zu machen und konkrete, wirksame Lösungen umzusetzen.

Mehr über seine Arbeit: www.whataboutwork.de

Zur Person: Markus Morawe

Markus Morawe ist Partner für Führung und Veränderung in Unternehmen. Mit Neues Wirken begleitet er Unternehmerinnen, Geschäftsführer und Führungsteams in Fragen von Orientierung, starker Führung und funktionierender Zusammenarbeit. Ziel ist es, Wandlungsstärke im Führungsalltag zu verankern, damit Unternehmen dem Wandel besser begegnen können.

Mehr über seine Arbeit: www.neueswirken.de

Fotos: Tino Broyer, ARDENT Group (Morawe), Steffi Atze, Atelier Urmel (Schipper)

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Benjamin LegrandLeiter
Unternehmenskommunikation, Pressesprecher
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