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Energie und Ressourcen schonen, und trotzdem ein starker Industriestandort bleiben: Die Chancen und auch die Herausforderungen der zirkulären Wertschöpfung waren das Thema des diesjährigen Jahrestreffens von Greentech.Ruhr, dem Netzwerk der Umweltwirtschaft in der Metropole Ruhr.

 

„Die Zeiten, in denen Umweltwirtschaft ein Nischendasein führte, sind endgültig vorbei“, so NRW-Umweltminister Oliver Krischer: „Wir leben in einer Welt, in der globale Krisen die Wirtschaft, wie wir sie betrieben haben, infrage stellen.“ NRW solle Vorreiter für Transformationspolitik sein. Krischer stellte die Ziele und Maßnahmen der neuen Landesregierung vor. „Die Landesregierung steht hinter dem, was hier passiert“, lobte Krischer Greentech.Ruhr: „Das Ruhrgebiet hat das Potenzial, die grünste Industrieregion der Welt zu werden.“ Die Forschungslandschaft und Hochschuldichte spielen dem Ruhrgebiet dabei in die Hände, so Prof. Dr. Julia Frohne, Geschäftsführerin der BMR: „Wir dürfen die Circular Economy nicht als Bedrohung für Althergebrachtes, sondern als Chance für die Zukunft sehen.“ In der Lohnhalle der Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid begrüßte Frohne rund 80 Besucher: „Was heute ein Gründerzentrum und eine Eventlocation ist, war früher eine Zeche: Das Ruhrgebiet steht für Transformationsgeschichten.“

Impressionen

NRW-Umweltminister Oliver Krischer stellte den Vertretern aus Unternehmen und Wissenschaft die umweltpolitischen Ziele der neuen Landesregierung vor. Demnach soll Nordrhein-Westfalen die erste klimaneutrale Region in Europa werden. „Wir müssen das als größte Aufgabe unserer Zeit begreifen“, so Krischer. „Die Umweltwirtschaft und Circular Economy stehen dabei mit ihrem hohen Anteil an Beschäftigung und Wertschöpfung im Fokus. Wir profitieren in dieser Region von einem einzigartigen Wirtschaftsfaktor. Das ist ein großer Standortvorteil.“

Umweltminister Krischer betonte die Bedeutung von Netzwerken wie Greentech.Ruhr: „Wir sind froh, dass wir so eine Struktur unterstützen können. Sie ist eine Schnittstelle. Wenn alle ihr Wissen weitergeben, kann es eine stabile und funktionierende Umweltwirtschaft geben. Nur so gelingt die Transformation.“

Netzwerk der Umweltwirtschaft

Greentech.Ruhr ist mittlerweile auf 220 Mitglieder angewachsen, darunter auch Großunternehmen wie TRIMET Aluminium SE und die REMONDIS-Gruppe oder Start-ups wie rhinopaq, die sich intensiv in ihren Geschäftsmodellen mit der Einsparung von Ressourcen beschäftigen. Sie zeigten beim Jahrestreffen Chancen auf, Kosten und CO2 zu sparen.

Deutschlands größter Aluminiumproduzent TRIMET setzt 40 % Recyclingrohstoffe in der Produktion ein, erklärte Thomas Reuther, Mitglied des TRIMET-Vorstand. Dieser Einsatz von Schrotten benötige im Vergleich zu Primärrohstoffen nur 5 Prozent der Energie und spare 85 Prozent CO2 ein. „Für uns ist zirkuläre Aluminiumproduktion aber nicht nur der Einsatz von Schrott, da gehört eine Menge dazu.“ So investierte das Familienunternehmen aus Essen in neue Öfen, Kraftwärmekopplung oder neue, elektrische Flurförderfahrzeuge. Die CO2-Einsparung allein dieser Maßnahmen betrage 2.900 Tonnen CO2 pro Jahr.

„Wir können nicht so weiterleben, wie wir es seit Jahrzehnten vormachen“, sagte Michael Schneider, Pressesprecher der Remondis-Gruppe aus Lünen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen betrage in Deutschland 22 Tonnen, in den bevölkerungsreichen Wachstumsländern wie China dagegen „nur“ 12 Tonnen oder Indien 4 Tonnen. Für Schneider ist die Kreislaufwirtschaft hier der entscheidende Schlüssel, um die Zukunft des Planeten zu schützen. „Wir müssen unser Kreislaufwirtschaftsmodell exportieren“, sagte Schneider. In Deutschland selbst würden Recyclingrohstoffe noch viel zu unzureichend genutzt: „Da geht noch viel, viel mehr“.

Aktuelle Themen, Austausch und neue Kontakte: Das Greentech-Jahrestreffen brachte Mitglieder, aber auch Noch-Nicht-Mitglieder zusammen. Das 2016 gegründete Netzwerk der Umweltwirtschaft in der Metropole Ruhr ist stetig gewachsen. Aktuell sind 220 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen Mitglied von Greentech.Ruhr. Das Projekt der Business Metropole Ruhr wird vom Umweltministerium NRW sowie der Europäischen Union gefördert.

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