Die niederländische Handelsdelegation besuchte in dieser Woche das Ruhrgebiet, um sich vor Ort über konkrete Ansätze für nachhaltiges Bauen zu informieren. Die Reise führte die Gäste zu zwei Unternehmen, die Kreislaufdenken, Energieeffizienz und Hightech beeindruckend verbinden: Müller Fenster und Fassaden in Essen und die WILO‑Gruppe in Dortmund.
Holzbau neu gedacht
In Essen zeigte Müller Fenster und Fassaden, wie nachhaltiges Bauen in der Praxis aussieht. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Holz- und Holz-Aluminium-Fenstern in Deutschland und beweist, dass Klimaschutz, Kreislaufdenken und industrielle Präzision perfekt zusammenpassen. Das Familienunternehmen setzt ausschließlich zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ein – ein Baustoff, der CO₂ bindet und langlebig verarbeitet wird. Eine hochautomatisierte Produktion – bisher einzigartig in Deutschland – sorgt für die präzise Fertigung, geringen Materialverbrauch und reduzierte Emissionen. Erneuerbare Energien bilden die Basis eines konsequent nachhaltigen Herstellungsprozesses.
Spannend für die Delegation war die Vorstellung einer Weltneuheit: 100 Prozent zirkuläre Holzfassadensysteme, gefertigt in Premiumqualität. Die Idee entstand während einer Innovationsreise in die Niederlande im letzten Jahr. Im Rahmen der Innovation Bridge Netherlands hatten sich Unternehmen aus dem Ruhrgebiet zum Austausch mit niederländischen Start-ups und Corporates getroffen - und CEO Matthias Müller für das neue Produkt inspiriert.
Strategie: Nachhaltigkeit
Mit dem Wilopark Dortmund zeigt die Wilo‑Gruppe, wie nachhaltiges Bauen konsequent in eine ganzheitliche Unternehmens‑ und Standortstrategie integriert werden kann. Der weltweit tätige Technologiekonzern versteht Nachhaltigkeit als übergeordnete Unternehmensstrategie. Der Wilopark ist dabei weit mehr als ein Unternehmenscampus: Er fungiert als Reallabor für energieeffiziente Gebäudetechnik, nachhaltige Architektur und intelligente Infrastruktur. Der Campus kombiniert hohe architektonische Qualität mit modernsten Technologien zur Reduktion von Energieverbrauch und CO₂‑Emissionen, unter anderem durch den Einsatz hocheffizienter Pumpen‑ und Gebäudesysteme aus eigener Entwicklung.
Wilo verfolgt einen lebenszyklusorientierten Ansatz im Bauen: Von der Planung über den Betrieb bis zur langfristigen Nutzung stehen Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Nutzerkomfort im Mittelpunkt. Gero Böhmer, Director - Global Government & Public Affairs & Corporate Technical Adviser, betonte in seinem Impuls über die Nachhaltigkeitsstrategie bei Wilo: „Nachhaltigkeit ist für uns das Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten, die ineinandergreifen."
Nachhaltiges Bauen als gemeinsamer Zukunftsmarkt
Die Reise brachte Unternehmen und Institutionen aus Deutschland und den Niederlanden zusammen, um voneinander zu lernen, Schnittstellen zu identifizieren und zu prüfen, wo gemeinsame Projekte sinnvoll sein können. Peter Köddermann, Geschäftsführer Programm von Baukultur Nordrhein-Westfalen e.V, hob in seinem Vortrag nicht nur die Notwendigkeit des nachhaltigen Bauens hervor, sondern sieht in der Kooperation mit den benachbarten Niederlanden große Chancen für gegenseitige Geschäftsbeziehungen, insbesondere in den Bereichen Kreislaufbaustoffe, energieeffiziente Systeme oder modulare Bauweisen.
Internationale Partner
Die Delegationsreise wurde von der Niederländischen Unternehmensagentur (RVO.nl) gemeinsam mit Amsterdam Trade & Invest, der Oranjewoud Export Academy, InnovationQuarter, dem Generalkonsulat des Königreichs der Niederlande in Düsseldorf sowie der ROM Utrecht Region organisiert. Die Business Metropole Ruhr (BMR) hat das Programm im Rahmen der Innovation Bridge Netherlands unterstützt.










