Allein die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 habe bei Unternehmen Schäden von insgesamt 5 Milliarden Euro verursacht, sagte Lukas Sander vom Netzwerk Klimaanpassung & Unternehmen NRW. Ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Extremwetter wirtschaftliche Strukturen gefährden kann. Zu den zentralen Herausforderungen des Klimawandels gehören Produktionsausfälle durch Unwetterschäden an Anlagen, Gesundheitsgefahren für Mitarbeitende oder Störungen in der Lieferkette.
„In Umfragen nennen rund 45 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer Naturkatastrophen als größtes Risiko für ihre Lieferketten.“
Netzwerk Klimaanpassung & Unternehmen NRWKI, Dachbegrünung, Recycling – Klimaanpassung ist vielfältig
Um aus Ereignissen wie im Ahrtal zu lernen und Wissen auszutauschen, trafen sich rund 50 Teilnehmende bei unserer Veranstaltung in der REMONDIS-Hauptverwaltung in Lünen.
Fabian Baasner vom Unternehmen Norbert Baasner Garten- und Landschaftsbau stellte praktische Beispiele vor, wie Kommunen und Unternehmen im Ruhrgebiet klimaresilient werden können. So setzen etwa die Firma SIBA ebenso wie die Siedlung Preußenstraße in Lünen auf intelligentes Regenwassermanagement: Niederschlag wird aufgefangen, gespeichert und zur Bewässerung der Grünflächen verwendet, statt es in die Kanalisation abzuleiten.
Das international tätige Unternehmen Remondis setzt auf das Recycling von Wertstoffen – von Biogut über Metallschlacken bis zu Kunststoffen. So wird aus pflanzlichen Abfällen Blumenerde für den Gartenbau hergestellt. REA-Gips, ein Restprodukt aus der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken, wird in der Estrichindustrie weiterverwendet. Von der Produktvielfalt des Konzerns konnten sich die Teilnehmenden der Veranstaltung bei einer Bustour durch das Lippewerk, Europas größtem Zentrum für industrielles Recycling, selbst ein Bild machen. Auch Anpassungsmaßnahmen spielen bei Remondis eine große Rolle: früherer Schichtbeginn im Sommer, UV-Schutz für Mitarbeitende, Sicherung der Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur vor Überflutungen, Optimierung der Deponietechnik und vieles mehr.
Starkregenereignisse und dadurch entstehende Überflutungen dynamisch vorhersagen – das kann das IT-Unternehmen Fuseki mit einem KI-Modell. Es berücksichtigt nicht nur meteorologische Daten, sondern auch räumliche Informationen. Bei den Stadtentwässerungsbetrieben Schwerte wird das Warnsystem gerade getestet.
Gemeinsam Lösungen für das Ruhrgebiet finden
Mehrere Ruhrgebietsstädte arbeiten in der Zukunftsinitiative KLIMA.WERK mit Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) zusammen. Ihr Ziel ist es, das Schwammstadtprinzip verstärkt umzusetzen. Wasser- und Grünflächen sowie begrünte Dächer und Fassaden dienen dabei mehreren Zwecken: Kühlung der Städte im Sommer, Wasserrückhalt und Überflutungsfläche bei Starkregen, innerstädtische Erholungsflächen und Biodiversität. „Durch eine begrünte Dachfläche mit 10 Zentimetern Vegetationstragschicht können 70 Prozent des jährlichen Niederschlags lokal zurückhalten werden“, so Carolin Borgmann von der EGLV.
Finanziert mit Mitteln des Landes NRW, kofinanziert von der Europäischen Union















