Beim parlamentarischen Frühstück der HyMR und des BDWR, das vom Ruhrgebietsabgeordneten Nicklas Kappe MdB unterstützt wurde, standen die zukünftige Energieversorgung des Mittelstands im Mittelpunkt. Mit praktischen Einblicken aus ihrem Unternehmensalltag machten Jan Zillmann, Geschäftsführer des Weizenstärkeproduzenten Jäckering aus Hamm, und Kurt-Henrik Mueller, Geschäftsführer des Glasherstellers Pilkington aus Gladbeck, deutlich, dass nicht jedes Unternehmen seine Prozesse einfach elektrifizieren kann. Hier ist Wasserstoff die beste Alternative, um in Zukunft klimafreundlich zu produzieren und somit Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Ruhrgebiet zu erhalten.
„Der Mittelstand will dekarbonisieren. Der Mittelstand will Wasserstoff. Aber Wasserstoff muss wettbewerbsfähig sein.“
Geschäftsführer Jäckering Mühlen-und Nährmittelwerke GmbHWie der Mittelstand Wasserstoff wirtschaftlich nutzen kann, machte die HyMR und der BDWR mit ihrem Vorschlag „H2-Regional“ deutlich: ein Förderansatz, der das Kostendelta zwischen Bereitstellung und Abnahme von Wasserstoff überbrückt und damit den Ausbau regionaler Verteilnetze ermöglicht. So können mittelständische Unternehmen gezielt in den Markthochlauf einbezogen werden. Die HyMR vertritt das Ruhrgebiet im BDWR.
Stromnetze und Wasserstoff gemeinsam denken
Wenn über Wasserstoff gesprochen wird, ist die Frage nach dem verfügbaren Strom nicht weit. Der Umbau des gesamten Energiesystems war zentrales Thema beim energate forum in Berlin. Christian Schmidt, Abteilungsleiter Strom im Bundeswirtschaftsministerium, brachte die aktuelle Lage prägnant auf den Punkt: „In Zeiten des Wandels müssen wir neu justieren.“ Batteriespeicher, Rechenzentren und industrielle Großverbraucher erhöhen den Druck auf den Stromnetzausbau. Der Trend ist auch im Ruhrgebiet zu spüren.
Ohne ausreichende Stromkapazitäten kann keine wettbewerbsfähige, heimische Wasserstofferzeugung entstehen. Strom- und Wasserstoffnetze müssen daher gemeinsam geplant werden. Auf dem energate forum wurde deutlich, dass die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden, wächst. Für das Ruhrgebiet bietet das enorme Chancen, denn unsere Industrie und Infrastruktur kann als Best Practice zeigen, wie ein moderner Energiemix praktisch umgesetzt wird.
Politische Impulse für den Wasserstoffmarkthochlauf
Auch beim parlamentarischen Abend des DWV und der BDWR-Plenarsitzung zeigte sich, dass im politischen Berlin nicht mehr darüber diskutiert wird, ob zukünftig Wasserstoff als Energieträger eingesetzt wird, sondern wann. Die HyMR setzt sich mit ihren Tätigkeiten in Berlin dafür ein, dass in der Diskussion um unsere Energieversorgung die Bedürfnisse und Perspektiven des Ruhrgebiets gehört werden.
„Der Wasserstoffmarkthochlauf gelingt, wenn man die Praxis einbezieht und die Rahmenbedingungen so setzt, dass der Mittelstand mitgehen kann.“
Hydrogen Metropole RuhrDie Häfen als Partner für die Energiewende
Die Bedeutung der großen europäischen Seehäfen für die deutsche Energieversorgung spielte in Berlin ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Häfen Rotterdam und Antwerpen-Brügge wurde deutlich, wie eng die Zusammenarbeit derzeit ist. Beide stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Resilienz, Sicherheit und die Energiewende.
Rotterdam und Antwerpen sind für Deutschland und das Ruhrgebiet zentrale Partner, wenn es um Energieimporte und künftig auch um Wasserstoff geht. Bei der Veranstaltung in der NRW-Landesvertretung zeigte sich, wie gut beide Häfen heute schon mit dem größten Binnenhafen der Welt, dem duisport in Duisburg, zusammenarbeiten. HyMR-Projektleiter Jörn Kleinelümern konnte vor Ort miterleben, wie selbstverständlich die drei Häfen aktuellen Herausforderungen gemeinsam angehen.








