Kapital für morgen – Wie die Transformation finanziert werden kann
Kristina Jeromin, Expertin für Transformationsfinanzierung, setzte mit einer pointierten Keynote den Impuls für das Forum. Ihr Fokus: Die Finanzierung der industriellen Transformation muss strategisch, mutig und zukunftsgerichtet erfolgen. Banken und Investoren entscheiden nicht primär nach Inhalten, sondern nach Risiken – und genau hier setzt ihr 5-Punkte-Plan an:
- Ohne Ziel kein Weg
Transformation passiert auf drei Ebenen: Abbau, Umbau und Aufbau von Kerngeschäft. Damit Fortschritt gelingt, braucht es klare Zielbilder und koordinierte Prozesse – über Branchen und Ebenen hinweg. - Ohne Daten ist Raten
Investoren benötigen belastbare Informationen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Ohne Transparenz gibt es kein Kapital für Transformationsprojekte. Regulierung kann hier helfen – auch wenn sie komplex und herausfordernd ist. - Weniger „entweder oder“, mehr „sowohl als auch“
Staat und Wirtschaft müssen gemeinsam einen Rahmen für Entwicklung setzen. Private und öffentliche Investitionen müssen sich ergänzen. Sondervermögen sind ein starkes Instrument – wenn sie gezielt privates Kapital mobilisieren. - Mehr Politik, weniger Wahlkampf
Politische Unsicherheit schreckt Kapitalmärkte ab. Deutschland muss wieder als verlässlicher Investitionsstandort wahrgenommen werden – mit klaren Horizonten und stabilen Rahmenbedingungen. - Ins Machen kommen
Transformation braucht Tempo und Mut. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam handeln – entschlossen, koordiniert und über Zuständigkeitsgrenzen hinweg.
Strategie und Umsetzung: Das Ruhrgebiet als Vorreiter
Bei der Talkrunde zum Auftakt des Forums stellte Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr, die Vision einer klimaneutralen Industrieregion vor. Das Ruhrgebiet sei nicht nur Teil der deutschen Klimastrategie, sondern ein aktiver Treiber der Dekarbonisierung. Mit konkreten Projekten wie der digitalen Klimaschutzplanung, der Stärkung des Handwerks und der IGA 2027 zeigt die Region, wie strategische Planung und politische Umsetzung Hand in Hand gehen. Das Ruhrparlament setzt mit der Strategie „Grüne Infrastruktur“ klare Ziele und beweist, dass regionale Politik aktiv zur Transformation beiträgt.
Wirtschaftskraft trifft Nachhaltigkeit
BMR-Geschäftsführer Jörg Kemna betonte die wirtschaftliche Stärke der Region und die Rolle der Umweltwirtschaft als Wachstumstreiber. Netzwerke wie Greentech.Ruhr und Hydrogen Metropole Ruhr bündeln Innovationskraft und Expertise. Nachhaltigkeit sei längst Chefsache und müsse Teil jeder Unternehmensstrategie sein – nicht zuletzt, weil ESG-Kriterien und Energieeffizienz zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.
Workshops: Impulse aus der Praxis
In insgesamt acht Kooperationswerkstätten wurde praxisnah diskutiert. Zwei davon wurden von den Netzwerken der Business Metropole Ruhr gestaltet: Greentech.Ruhr thematisierte Klimaneutralität als Geschäftsstrategie, Hydrogen Metropole Ruhr beleuchtete die Rolle von KMU in der Energiewende. Ziel war es, realistische Perspektiven zu entwickeln und den Austausch zwischen Unternehmen und Kommunen zu fördern.
Fazit: Das Ruhrgebiet handelt – gemeinsam und konkret
Das Forum hat gezeigt: Klimaneutralität ist im Ruhrgebiet keine abstrakte Vision, sondern eine konkrete Aufgabe, die mit Engagement und Expertise angegangen wird. Mit starken Netzwerken, praxisnahen Werkstätten und klaren politischen Strategien entsteht eine Region, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial zukunftsfähig ist.






