Produzierendes Gewerbe größter Energieabnehmer
Für die Analyse wurde die Versorgungssituation in 43 von insgesamt 53 Kommunen im Ruhrgebiet betrachtet. Dabei wurden Daten zu Strom-, Gas- und Wärmeverbräuchen auf mehr als 1.000 Gewerbegebieten erhoben und ausgewertet. Berücksichtigt wurden die verschiedenen Arten von Gewerbe, wie etwa Büro, Handel- und Lagerflächen sowie Produktion, wie dicht ein Industriegebiet besiedelt ist und ob die benötigte Energie auch lokal erzeugt werden kann.
Die erhobenen Daten zeigen, dass produzierende Gewerbe mit 50 Prozent der Strom- und 49 Prozent der Gasabnahme in Industriegebieten eine wesentliche Rolle beim Energieverbrauch – aber auch in der wirtschaftlichen Struktur der Region – spielen. Büroflächen haben mit 11 Prozent (Strom) und 13 Prozent (Gas) einen eher geringen Anteil. Handels- und Lagerflächen nehmen 36 Prozent (Gas) beziehungsweise 38 Prozent (Strom) ab. Letztere produzieren allerdings am häufigsten selbst Strom, vor allem durch Photovoltaik (54 Prozent Anteil an der Gesamt-PV-Stromerzeugung).
Auf Basis dieser Daten konnten erste Cluster abgeleitet werden, die unterschiedliche Versorgungssituationen systematisch einordnen. Sie dienen als Orientierung für die Entwicklung von Modellgebieten, in denen übertragbare Ansätze und Leitfäden weiter konkretisiert und erprobt werden sollen.
Energiebedarf von Gewerbegebieten mit Hilfe von EMG.Ruhr planen
Das Ziel von EMG.Ruhr ist es, modellhafte Ansätze für eine effiziente und klimaneutrale Energieversorgung zu entwickeln, die auch auf andere Gewerbegebiete übertragbar sind. Die erstmalig für das Ruhrgebiet durchgeführte Bestandsaufnahme schafft eine Basis und neue Analysewerkzeuge, mit denen Kommunen künftig Gesamtstrategien zur Energieinfrastrukturplanung entwickeln und den Energiebedarf bei Neuentwicklungen von Gewerbegebieten besser abschätzen können.
Als großer Wirtschafts- und Energiestandort stärkt das Ruhrgebiet damit seine Wettbewerbsfähigkeit und das Ziel, grünste Industrieregion Europas zu werden. Denn: Eine effiziente Energieversorgung in Gewerbegebieten trägt wesentlich zur Transformation der Wirtschaft und zur Erreichung der Klimaziele bei.
Die Umsetzung von EMG.Ruhr – Energiemanagement auf Gewerbeflächen im Ruhrgebiet erfolgt in enger Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern und Energieversorgern aus der Region. Das Projekt wird gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2021–2027 und dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.








