Vor Ort im Kraftwerk Gelsenkirchen-Scholven
Wasserstoff im Anwendungsfall erleben? Das konnten interessierte Messegäste bei Explore the Ruhr – H2, einer Bustour in Kooperation mit dem Initiativkreis Ruhr. Im Uniper-Kraftwerk Scholven und beim Glashersteller Verallia in Essen informierten sich die Teilnehmenden über die industrielle Bereitstellung sowie die Nutzung von Wasserstoff. Die beiden Stationen zeigten eindrucksvoll die Bandbreite von H2-Anwendungen. Es ging dabei um verschiedene Herstellungsverfahren, den Aufbau von Anlagen und die Skalierung der Produktion – wie etwa beim im Bau befindlichen Ammoniak-Cracker in Gelsenkirchen, einer der weltweit ersten Demonstrationsanlagen zur Ammoniakspaltung. Mit Scholven 2 ist dort zudem ein hochflexibles, H2-ready Gas- und Dampfturbinenkraftwerk geplant, das mit Erdgas starten und perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt werden soll.
Im Essener Werk des französischen Glasherstellers Verallia wird bereits heute wasserstoffhaltiges Kokereigas eingesetzt, um den CO2-Fußabdruck der Glasproduktion zu senken. Das internationale Unternehmen betreibt Werke in zwölf Ländern und ist weltweit der drittgrößte Hersteller von Glasverpackungen für Getränke und Lebensmittel, mit einem Fokus auf eine möglichst nachhaltige Produktion und Recycling von Materialien.
Ruhrgebiet punktet mit zentraler Lage und technischem Know-how
Wie fasst ein internationales Energie-Start-up in Deutschland Fuß? Und warum ist das Ruhrgebiet genau der richtige Ort für den Markteintritt? Diese Fragen beantworteten Alexander Land, für das kanadische Unternehmen Eavor in Deutschland tätig, Michael Wünnemann, Geschäftsführer, VoltH2 Operating Germany GmbH, und Bas Kil vom niederländischen Energie-Start-up Ore Energy, bei unserem internationalen Empfang in der E-world Wide Area. Obwohl Geothermie, Wasserstoff und Energiespeicher unterschiedliche Sektoren der Energiewirtschaft darstellen, waren sich die drei Panelisten schnell einig:
Das Ruhrgebiet überzeuge mit starkem industriellem Know-how und technischem Verständnis, ein echter Vorteil für die Zusammenarbeit und Kommunikation, so Bas Kil.
„Deutschland ist für uns ein attraktiver Markt, weil die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt den Willen zur Transformation. Das Ruhrgebiet ist attraktiv für uns, weil hier viele Menschen leben, es ist ein idealer Absatzmarkt. Und es gibt bereits eine gute Infrastruktur für Fernwärme“, sagte Alexander Land, Head of Communication von Eavor.
Zudem punkte die Region mit zentraler Lage, ausgezeichneter Infrastruktur und einer breiten industriellen Basis, so Michael Wünnemann von VoltH2. Alles ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Markteintritte.
Im Anschluss an die Paneldiskussion nutzten rund 75 internationale Messebesuchende und Akteure aus dem Ruhrgebiet die Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und aktuelle Fragen der energetischen Transformation zu diskutieren.
Wasserstoff-Hotspot Ruhrgebiet: Hydrogen Metropole Ruhr bringt H2-Community zusammen
Am Gemeinschaftsstand im neuen Standdesign und mit neun weiteren Partnern informierte die Hydrogen Metropole Ruhr (HyMR) drei Tage lang über Wasserstoff im Ruhrgebiet sowie aktuelle H2-Projekte und regionale Kooperationen.
„Die Gespräche sind deutlich konstruktiver, als es der öffentliche Diskurs vermuten lässt. Viele Projekte werden konkreter, Partnerschaften festigen sich und der gemeinsame Wille, den Wasserstoffmarkthochlauf im Ruhrgebiet voranzubringen, ist klar spürbar“, zieht HyMR-Projektleiter Jörn Kleinelümern ein positives Fazit. „Die E-world zeigt aber auch, vor welchen enormen Herausforderungen wir bei der Energiewende stehen. Die Stimmung war dennoch lösungsorientiert und zeigt, die H2-Branche will loslegen.“
Pre-Events mit Partnern
Unsere Teams Greentech.Ruhr sowie Internationales waren schon am Vortag der E-world ins Messegeschehen gestartet:
Greentech.Ruhr war erneut Partner bei der PrE-world des Essener Unternehmens Greenflash. Dort tauschten sich rund 300 Teilnehmende aus der Energiewirtschaft zu Logistik mit E-LKW, intelligenter Energieversorgung, Energiespeichern und vielen weiteren Themen aus. Greenflash präsentierte seine neue intelligente Steuereinheit „greencore AI“ und kündigte an, dass das Unternehmen künftig auch als Energieversorger für Industrie und Gewerbe tätig wird.
Beim deutsch-niederländischen Energiedialog, den die BMR in Kooperation mit Trade and Innovate NL, ZENIT/NRW.Europa und NRW.Energy4Climate, im Haus der Technik in Essen veranstaltete, trafen sich Energieunternehmen aus unserem Nachbarland mit Akteuren aus dem Ruhrgebiet. Beim Networking ging es darum, wie ein ideales Energiesystem aussehen würde, wie Stromnetzengpässe vermieden werden können, und wie grenzüberschreitend stärker zusammengearbeitet werden kann.
E-world energy & water
Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum verzeichnete die E-world energy & water, Europas Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft, einen neuen Rekord. Über 37.000 Besucherinnen und Besucher sowie 1.136 Aussteller informierten und präsentierten Lösungen rund um die Energieversorgung. Die Messe, die jedes Jahr Mitte Februar in Essen stattfindet, zählte in diesem Jahr Gäste aus 126 Nationen. Über 30 Prozent der Unternehmen kamen aus dem Ausland. Die nächste E-world findet vom 16. bis 18. Februar 2027 in der Messe Essen statt.












