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Foto von Jörg Kemna, BMR-Geschäftsführer, Andy Burnham, Mayor of Greater Manchester, und Sandra Morrison, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland

Brücken bauen zwischen dem Ruhrgebiet und Greater Manchester

Grenzüberschreitende Kooperation und Innovationen in den Zukunftsmärkten Wasserstoff, Cybersicherheit und Digital Health wurden beim Greater Manchester Germany Innovation Summit diskutiert. Auf Einladung von Andy Burnham, Bürgermeister von Greater Manchester, nahm eine 45-köpfige Delegation aus dem Ruhrgebiet an der zweitägigen Konferenz teil. Bei einem Abendempfang fasste Andy Burnham das Ziel der beiden Partnerregionen in einem Satz zusammen: „Wir bauen Brücken, keine Mauern.“

Dass die beiden Regionen viel miteinander gemeinsam haben, war schnell klar: Der Wandel von einer stark industriell geprägten Region zur Innovationsregion, eine Anpacker-Mentalität sowie die Zukunftsthemen, die das Konferenzprogramm bestimmten. In Diskussionsrunden und Breakout Sessions zu verschiedenen Fragestellungen diskutierten die Teilnehmenden aus Greater Manchester und dem Ruhrgebiet, wo man voneinander lernen kann und welche konkreten Kooperationsmöglichkeiten sich bieten. 

„Ich habe schon am ersten Tag fünf oder sechs konkrete Ideen gehört – von Teilnehmenden aus dem Ruhrgebiet und aus Greater Manchester – an denen wir gemeinsam weiterarbeiten können, um so die Beziehungen zwischen unseren Regionen weiter zu vertiefen.“

Jörg KemnaGeschäftsführer, Business Metropole Ruhr

Ruhrgebietsdelegation besucht spannende Projekte und Unternehmen

Abgerundet wurde das Konferenzprogramm durch Besichtigungen, die die Delegation aus dem Ruhrgebiet zu Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Manchester führte. Zu den Stationen gehörte etwa das Manchester Fuel Cell Innovation Centre, das die regionale H2-Forschung vorantreibt. Hier gab es Anknüpfungspunkte mit dem Zentrum für Brennstoffzellentechnik in Duisburg (ZBT). Ein weiteres Treffen fand mit der NCC Group statt, einem führenden Cybersicherheitsunternehmen mit Fokus auf Risikomanagement. Teilnehmende aus der Gesundheitswirtschaft des Ruhrgebiets besuchten die School of Health der Salford University und besichtigen die sogenannten Simulation Suites, in denen Studierende den Umgang mit verschiedenen Krankheitsbildern und Aufgaben üben können. 

„Immersives Lernen, der Gamification-Ansatz und die lebensechten Puppen, an denen Studierende sogar epileptische Anfälle und vieles mehr simulieren können – das hat mich beeindruckt. So etwas gibt es an unseren Hochschulen und Krankenhäusern noch nicht. Hier können wir von Greater Manchester dazulernen.“

Daniela Heeg, PhDStellvertretende wissenschaftlich-administrative Leitung, Zentrum für Künstliche Intelligenz, Medizininformatik und Datenwissenschaften (ZKIMED), Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum

Ruhrgebiet und Greater Manchester fördern Wasserstoff 

Beide Regionen treiben den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft aktiv voran. Greater Manchester nutzte den Innovation Summit, um den Gästen aus dem Ruhrgebiet seine neue Hydrogen Strategy 2025-2030 vorzustellen. Daraus ergab sich eine konkrete Kooperationsmöglichkeit: Die Hydrogen Metropole Ruhr und ihre Partner werden sich mit ihren Erfahrungen aktiv in die Konsultationsphase einbringen.  

Jürgen Maier, Vorsitzender von Great British Energy, betonte in seiner Keynote, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ohnehin unaufhaltbar sei und es nun darum gehe, entschlossen zu handeln.

Gemeinsam Cybersicherheit voranbringen 

Die Zusammenarbeit im Bereich der strategischen Cybersicherheit sei einer der Hauptpunkte in einem neuen bilateralen Abkommen, das Großbritannien und Deutschland in diesem Sommer geschlossen hätten, betonte Professor Simon Green, Prorektor für Forschung und Wirtschaft der Salford University. Das Ruhrgebiet und Greater Manchester hätten hier beide einen Schwerpunkt, der gemeinsam ausgebaut werden sollte. Cybersicherheit sei ein internationales Thema, betonten auch die Fachleute aus dem Ruhrgebiet. Zugleich gehe es aber auch darum, die regionale Wirtschaft für das Thema zu sensibilisieren und sie zu unterstützen, sich vor Cyberattacken zu schützen. Bei einem Besuch des Greater Manchester Digital Security Hub (DiSH) wurde genau das in kleinen Gruppen aus deutschen und britischen Vertreterinnen und Vertretern geübt.

„Der Innovation Summit in Manchester hat meine Erwartungen übertroffen. Insbesondere die Simulation einer Cyberattacke beim Besuch bei DiSH gemeinsam mit britischen Cybersecurity-​ Vertretern und die daran anschließende Diskussion hat mir sehr gut gefallen.“ 

Dr. Mohamad SbeitiGründer, ENTRYZERO GmbH

Networking über den Dächern von Manchester 

Am Abend des ersten Konferenztages trafen sich auf Einladung der Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Sandra Morrison, Unternehmensvertreter, Gründerinnen und Forschende aus Manchester und dem Ruhrgebiet über den Dächern von Manchester zum informellen Networking. In angenehmer Atmosphäre wurden hier erste Projektideen vertieft, Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. 

Der Greater Manchester Germany Innovation Summit war das erste große Highlight der neuen Innovation Bridge UK, die die Business Metropole Ruhr im Mai gemeinsam mit der Greater Manchester Combined Authority und dem britischen Generalkonsulat in Düsseldorf ins Leben gerufen hat. 

Innovation Bridge United Kingdom

Mit der neuen Innovation Bridge United Kingdom bündelt die Business Metropole Ruhr (BMR) ihre Aktivitäten mit den britischen Inseln. Im Fokus stehen die Branchen Wasserstoff, Cybersecurity und Digital Health. Offiziell gestartet wurde das Projekt zur internationalen Zusammenarbeit im Mai 2025, gemeinsam mit dem britischen Generalkonsul Nick Russell und Andy Burnham, Bürgermeister von Greater Manchester. Das britische Generalkonsulat in Düsseldorf und Greater Manchester als zweitgrößtes britisches Metropolitan County unterstützen die Innovation Bridge.