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Bauen für die Zukunft:

Delegationsreise in die Niederlande

18.11.2025

Wer die Zukunft des Bauens erleben will, muss über Grenzen gehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz sind keine Schlagworte, sondern die Bauprinzipien von morgen. Die Niederlande zeigen eindrucksvoll, wie diese Ideen Realität werden. Auf unserer Delegationsreise mit Greentech.Ruhr haben uns innovative Projekte in Arnheim, Utrecht, Delft und Rotterdam inspiriert.

Der Cleantech Park Arnhem ist ein ehemaliges Industriegebiet, das sich zu einem zukunftsweisenden Standort für Nachhaltigkeit, Innovation und Zusammenarbeit entwickelt hat. Unternehmen, die sich hier ansiedeln, haben eine Vision: Sie wollen an sauberen Technologien arbeiten. Hier hat auch Connectr - Energy innovation seinen Standort. Das Ziel ist es, durch Forschung, Bildung und Geschäftsinnovationen die Region zu einem europäischen Hotspot zu machen.

Mit seinem Rundgang machte Marc Hiddink, Business Developer Cleantech Park Arnhem, deutlich, dass Architektur und Design des 90 Hektar Parks einen entscheidenden Faktor auf die Nachhaltigkeit haben. Der Park wirkt wie ein Innovationslabor, nicht wie ein gewöhnlicher Gewerbepark. Es gibt ein Designkonzept, das in Zusammenarbeit mit Architekten entwickelt wurde. Die Idee: Einen Platz zu schaffen, der Menschen zusammenbringt und sie zur Kooperation animiert.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Dieser Gedanke bestimmt auch das Cartesiusviertel in Utrecht. Hier entsteht eine neue, nachhaltige und grüne urbane Oase. Das Stadtviertel wird aus einer Mischung aus nachhaltigen Einfamilienhäusern, Apartments und Penthäusern und einem öffentlichen Park, einer Schule, Gastronomie und Sportanlagen bestehen. Gesundes Leben, Bewegung und soziale Verbundenheit stehen im Mittelpunkt des Konzeptes.

Beeindruckend: Die Umnutzung einer alten Fabrikhalle zu flexiblen, zirkulären Gewerbeflächen. In der Werkspoorfabriek realisiert das niederländisches Bauunternehmen Respace mehr als 3000 m² Bürofläche mit dem Box-in-Box-Konzept, das innerhalb von nachhaltigen Häusern entwickelt wurde. Sozusagen ein Holzdorf für kleine Unternehmen. Alle Holzelemente sind selbst konstruiert und CNC-gefräst, die Wandsysteme greifen schraubenlos ineinander, das gesamte Design wird als großes Montagepaket geliefert und ist vollständig demontierbar und kreislauffähig.

Auf dem Campus Werkspoor fällt die innovative Verwendung von Holzbauweisen in einer städtischen Arbeitsumgebung ins Auge. Job Kuijpers, Commercial Manager von Woody Builders, stellte uns die vollständig aus Holz errichteten Bürogebäude vor, die beide aus nachhaltigen Materialien gebaut wurden.

 

 

Experimentieren, forschen, anwenden

DieGreen Village in Delft ist ein „Living Lab“ für nachhaltige Innovationen auf dem Campus der TU Delft. Es handelt sich hier um ein Freiluftlabor, in dem Forscherinnen, Unternehmer, Start-ups, Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam neue Lösungen für eine nachhaltige Zukunft entwickeln. Geforscht wird an innovativen Energiesystemen, biologisch abbaubaren Materialien, smarter Mobilität und nachhaltigen Baukonstruktionen. Das Besondere: Green Village ist ein echtes „Living Lab“  –  Menschen arbeiten und leben hier tatsächlich, um die Ergebnisse der Forschung zu erproben.

 

 

Im Keilepand, einem ehemaligen riesigen Warenlager in Rotterdam, zeigte uns GROUP A architects, wie nachhaltige Transformation gelingt. Das Designbüro entwickelt zirkuläre und zukunftssichere Designs für Orte, die inspirieren und Menschen zusammenbringen. Im Mittelpunkt steht dabei der soziale Prozess: Architektur erfordert Engagement — auch außerhalb des reinen Bauprojektes. Das öffentliche Interesse liege seinem Team am Herzen und sei Ansporn für das Denken und die Arbeitsweise der GROUP A architects, erläuterte Folkert van Hagen. Der Architekt führte uns über das Gelände und begeisterte die Delegation mit seinem Mut und ganzheitlichen Ansatz. 

„Wir müssen aus unseren Silos ausbrechen und miteinander kommunizieren, wenn wir eine nachhaltige Zukunft realisieren wollen."

Folkert van HagenPartner / Owner GROUP A Architekten

Innovation Bridge Netherlands

Im Rahmen der zweitägigen Delegationsreise, zu der Greentech.Ruhr eingeladen hatte, fand auch das Networking Dinner “Building Bridges in Sustainable Construction” statt. Unternehmen aus der deutschen und niederländischen Baubranche trafen zusammen, um Möglichkeiten der Kooperation für das nachhaltige Bauen zu erkunden, Business-Kontakte zu schließen und sich gegenseitig über den Markt zu informieren.

Das Networking Dinner ist ein Format der Innovation Bridge Netherlands, das durch die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK) unterstützt wurde.