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©BMR/Donna-Blitz

Zehn Jahre Greentech.Ruhr

29.05.2026

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit einem Jahrzehnt bringt die Business Metropole Ruhr Fachleute und Expertise der grünen Technologien zusammen: etablierte Unternehmen und junge Start-​ups, Hochschulen und Forschungsinstitute, Verbände und öffentliche Einrichtungen. Das Netzwerk Greentech.Ruhr ist die zentrale Anlaufstelle für die Umweltwirtschaft im Ruhrgebiet. Beim diesjährigen Jahrestreffen im Zentrum Altenberg in Oberhausen wurde aber nicht zurückgeschaut. Auf der Bühne ging es um die Zukunft der Green Economy.

Die Jahresfeier von Greentech.Ruhr fand in der Schlosserei auf dem Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen statt – einem Ort mit besonderer Symbolkraft: Rund 130 Jahre wurde hier industriell produziert, begrüßte Thorsten Berg, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, die Gäste. Heute stehe der Ort sinnbildlich für den gelungenen Wandel der Region.

Genau dieser Transformationsprozess hat die Umweltwirtschaft im Ruhrgebiet stark gemacht. Aus der industriellen Tradition heraus sind Kompetenzen, Technologien und Netzwerke entstanden, die heute die Grundlage für innovative Lösungen in Bereichen wie Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Energie bilden. „Die Umweltwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel in unserer Region", betonte Jörg Kemna, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH.
 

„Wir haben im Ruhrgebiet weit über 160.000 Menschen, die in unserer Umweltwirtschaft beschäftigt sind. Wie können wir unseren Industriestandort so zukunftsfähig entwickeln, dass er auch in Zukunft resilient bleibt, damit man hier in Oberhausen weiter gutes Geld verdienen kann?“ 

Thorsten BergOberbürgermeister der Stadt Oberhausen

Die Zukunft der Umweltwirtschaft

Welche Trends prägen die Umweltwirtschaft von morgen? Und wie können Unternehmen gewinnbringend nachhaltig wirtschaften? Antworten lieferten unter anderem NRW-​Umweltminister Oliver Krischer, Zukunftsforscher Kai Gondlach und Unternehmen aus dem Netzwerk Greentech.Ruhr, die aktuelle Entwicklungen einordneten und Perspektiven aufzeigten.
 

„Klimaschutz ist Voraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften, keine Bremse", betonte Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „In der aktuellen geopolitischen Situation müssen wir uns auf unsere eigenen Stärken fokussieren und resilient werden, wenn Lieferketten unterbrochen sind, Rohstoffpreise steigen und unberechenbar werden.“ Unternehmen aus der Umweltwirtschaft zeigten hier ihre besondere Stärke, weil sie aus ihrer DNA heraus auf regionale Wertschöpfung setzten, auf erneuerbare statt fossile Energien und technologische Innovationen und lokale Kräfte nutzten. 

 

„Nachhaltige Geschäftsmodelle sind keine Kostenfaktoren, sondern entscheidende Wettbewerbsfaktoren."

Oliver KrischerMinister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Trotz globaler Krisen und großer wirtschaftlicher Herausforderungen ist die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ein echter Hotspot. Heute arbeiten rund 600.000 Menschen in diesem Sektor – der Großteil von ihnen im Ruhrgebiet. Damit beschäftigt die Umweltwirtschaft inzwischen mehr Menschen als der Bergbau zu seinen Hochzeiten, als rund 500.000 Bergleute unter Tage arbeiteten.

Diese Entwicklung hob NRW‑Umweltminister Oliver Krischer beim Jubiläum von Greentech.Ruhr hervor. Die Beschäftigtenzahlen stehen nicht nur für die Stärke der Branche, sondern auch für die enorme Transformationsleistung der Industrie in der Vergangenheit – und sie verdeutlichen vor allem das große Potenzial für die Zukunft.
 

Innovationsmotor und Lösungsanbieter

Resilienz ist angesichts globaler Unsicherheiten zum zentralen Thema für Unternehmen aller Branchen geworden. Die Umweltwirtschaft zeigt hier beispielhaft, wie unternehmerischer Erfolg und nachhaltige Lösungen zusammengehen können. Als Innovationsmotor und Lösungsanbieter – etwa bei Energieeffizienz, Materialeinsparung oder CO₂‑Reduktion – treibt sie Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum gleichermaßen voran. Erfolgsgeschichten aus der Praxis, von intelligentem Energiemanagement bis zu CO₂‑armen Baustoffen, machten dies auf der Bühne der Jahresfeier sichtbar.

Entwicklungen die Mut machen:

  • Im Concrete Innovation Center in Hamm entwickelt Goldbeck Lösungen für die Dekarbonisierung von Beton. Im Vergleich zu den CO₂‑Branchenreferenzwerten für Beton wurden bereits signifikante Einsparungen von bis zu 35 Prozent erreicht. In den 2030er-Jahren will das Unternehmen Betonfertigteile mit Netto-Null-Emissionen produzieren.
  • Vorausschauende Analytik schafft langfristigen Handlungsspielraum: Eurofins ist der Hidden Champion im Bereich der Bioanalytik und bietet innovative Analysemethoden zur PFAS-Bestimmung.
  • Der älteste deutsche Industrieschmierstoffhersteller BECHEM ist heute einer der führenden Hersteller hochwertiger Spezialschmierstoffe und Metallbearbeitungsmedien. Das Unternehmen setzt proaktiv auf nachhaltige Produktentwicklung, z. B. PFAS-freie Schmierstoffe.
  • Greenflash macht Energie für Industrieunternehmen wirtschaftlich und planbar. Als Partner für die ganzheitliche Energieversorgung plant, baut und betreibt das Unternehmen integrierte Energiesysteme und steuert sie intelligent im Zusammenspiel mit dem Energiemarkt. Alles gebündelt auf einer Plattform: Greencore AI
  • Das Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der Technischen Universität Dortmund ist eines der führenden deutschen Universitätsinstitute für Energiewirtschaft. Die Forschungen und Studien lösen Fragen für ein technisch realisierbares und nachhaltiges Stromsystem der Zukunft. Ziel ist es, technisch und wirtschaftlich machbare Wege zu einer umweltgerechten, nachhaltigen und sicheren Energieversorgung zu finden.
  • Die Wilo Global WATER AI Academy ist Wilos internationales Zentrum für Innovation, Bildung und Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Wasser und KI. Der Fokus liegt auf der Entwicklung konkreter Anwendungsfälle, lebender Labore, Hackathons und Inkubationsprogramme. In diesen Formaten werden neue digitale und KI-basierte Lösungen für das Wassermanagement entwickelt, getestet und marktreif gemacht.
  • Remondis ist eines der führenden Unternehmen der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Wertstoffe zu erhalten und CO₂‑Emissionen zu vermeiden. Schwerpunkte liegen auf dem Recycling- und Wassermanagement.

Ob Energie, Wasser oder Ressourcen – in Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, wie dynamisch sich die Green Economy im Ruhrgebiet entwickelt. Gleichzeitig bot das Treffen zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken und zum Knüpfen neuer Kooperationen – ein zentraler Erfolgsfaktor des Netzwerks seit seiner Gründung. Mittlerweile hat es mehr als 270 Partnerinnen und Partner.